... mit dieser Anfrage von Roland Karle für einen Beitrag in der Absatzwirtschaft nach den 'drei innovativsten Zeitschriftenkonzepten der Jahre 2000 - 2005' tue ich mir sauschwer, ich glaube ich muss passen und schreibe eine Absage: "Sorry lieber Herr Karle, ich habe mich sehr bemüht, aber ich muss dieses Mal passen - demnächst, gerne wieder."
Trotz heftigem Nachdenken fallen mir die "drei innovativsten Zeitschriftenkonzepte" nicht ein. Das kann daran liegen, dass ich mir schon lange nicht mehr jeden Launch eines Magazins anschaue und dann auch nicht verfolge, wenn schon die Ankündigung keinen bislang schmerzlich vermissten Nutzen, keinen Genuss ohne Reue und auch keine wirkliche Innovation verspricht. Aber vielleicht liegt es ja auch (ein wenig) daran, dass es solche erinnernswerte Innovationen nicht gegeben hat oder diese nicht funktioniert haben, oder ....?
Was macht man da heutzutage? Man Googled ...
Aber auch Googlen hat mich nicht wirklich schlauer gemacht: Das Wort 'Innovation' kommt auch dort (inklusive der Websites der Verlage) nur selten vor und wenn, dann am häufigsten 'als Angebot für Werbekunden' (z.B. im Anzeigenticker von G+J) und manchmal im Zusammenhang mit Verkaufserfolgen in Jahresberichten oder Investor-Informationen.
Und wenn man 'lieb gewordene Verhaltensweisen' (heimlich) beibehalten hat, dann schaut man zusätzlich in seinem Archiv nach:
Und so habe ich, für den Bereich der Fachmagazine, mein Jaeckel-Report / Flash-Archiv mit über 700 Meldungen (2001 - 2005) durchsucht. Das Ergebnis:
Innovativ und Innovation kommen in 16 Meldungen (netto 10 – ohne Wiederholungen von Anzeigen, Reports, Seminaren) vor. Davon einmal im Zusammenhang mit einem Titel: Heise’s Technology Review (im Untertitel, Das MIT - Magazin für Innovation), sonst für Menschen, aus Ausrichtung für Verlage oder Produktgruppen und für 'innovative Preiskonzepte für Anzeigenkunden'.
Vor dieser Aktion waren auf meiner ersten Short-List:
Glamour (2001) von Condé Nast, aber wo liegt die Innovation, war es nicht eher die Themenauswahl und -aufbereitung für eine Zielgruppe
Neon (2003) von G+J, weil sich die Redaktion ganz auf die Lebenswelt seiner jungen Leser einstellt - aber keine Plattform für den Dialog seiner Lesern geworden ist, sondern noch immer doziert.
Cicero (2004) Ringier oder Monopol (2004) Juno, weil diese Zeitschriften auf beachtlichem Niveau zu neue Leseerfahrungen einladen
Audio Video Foto Bild (2003) von Springer, die einen Boom-Themenbereich und eine heiße Phase dafür genutzt haben um einen bravurösen Verkaufsstart (im Vertrieb und im Anzeigenbereich) hinzulegen, aber das Verfallsdatum nicht aufgedruckt hatten.
Ich habe mich sehr bemüht, aber ...!? Doch was sind Ihre innovativsten Zeitschriftenkonzepte für die vergangenen 5 Jahre und besonders spannend, für die nächsten 5 Jahre?