Monday, February 13, 2006

Die deutsche Lokalpresse lebt

Am 9. Februar 2006 hat der Verband Deutscher Lokalzeitungen e.V. zum Pressehintergrundgespräch eingeladen. Nicht, weil es, wie der Geschäftsführer Martin Wieske gleich zu Beginn betonte es etwas besonders zu vermelden gebe, weder negativ noch positiv, sondern weil man erreichen möchte, dass mehr über die deutsche Lokalpresse geredet bzw. geschrieben wird.

Die Vorsitzende des Verbands, Inken Boyens (Dithmarscher Landeszeitung) betonte, dass auf der Basis der ZMG (Zeitungs Marketing Gesellschaft) Marktforschung die Gegenwart und Zukunft der Lokalzeitungen nur als hervorragend zu beschreiben sei. Reichweite und Glaubwürdigkeit werde von keinem anderen Medium erreicht.

Die 83 unabhängigen Lokalzeitungen, mit einer Auflage von ca. 1,4 Mio. (reicht von einer Auflage von 2.247 bis 90.277) und einer Reichweite von rd. 8,5 Mio. Personen hätten sich zu Medienunternehmen und Dienstleistern Ihrer Region entwickelt, die leicht rückläufigen Anzeigenerlöse (im Bundesdurchschnitt - 1,4 %) seien durch Rationalisierung und Kostenanpassung mehr als ausgeglichen worden und seit Dezember 2005 ziehe die Konjunktur ja eh wieder an.

Ein paar Zahlen zum Anzeigenumsatz (Januar - November 2005)

Rückgang (Volumen)
u.a.
- 1, 0 % lokale Anzeigen
- 5,2 % Immobilienanzeigen
- 3,3 % KFZ Markt
- 3,3 % Veranstaltungen

Zuwachs (Volumen)
u.a.
+ 1,1 % überregionalen Anzeigen
+ 1,5 % Stellenanzeigen
+ 1,5 % Reisen, Touristik

Insgesamt ein Minus von 1,4 %.

Auch die Frage des Internets und anderer neuen Medienangeboten sieht man gelassen, man habe da ja schon mal vor 5 oder 6 Jahren etwas versucht, aber das war seinerzeit nicht erfolgreich. Und im Übrigen könnte man - bei den guten Zahlen der ZMG - erst Mal abwarten ...

Nicht ganz so, denn am 10. und 11. Mai 2006 auf dem 32. Kongress Deutscher Lokalzeitungen in Berlin wollen sich die Mitglieder ‚Fit für Jugend, Internet und Mobil' machen.

Insgesamt scheint der Verband sehr rührig und aktiv zu sein, sei es direkt oder über den Lokalpresse Service oder die angeschlossene Gesellschaft Medienservice.

Mehr dazu auch auf der (aktualisierten) Website des Verbands.

Lokal ist in, erfordert aber mehr wechselseitige Kommunikation und Beteiligung. Ob die Reichweite und Glaubwürdigkeit, mit der Nutzung einhergeht? Andere Studien z.B. ADR/ZDF und SevenOne Media (TimeBudget 12) zeigen, dass Nutzung, Nutzungsdauer und Wertschätzung, gerade (aber nicht nur) bei jüngeren Zeitgenossen in eine andere Richtung gehen.
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