Saturday, May 20, 2006

Netzeitung: 20 Millionen Journalisten haben ausgesorgt (2)

Die Stellenausschreibung der Netzeitung hatte mich nicht glaubend gemacht, dass das Budget der Netzeitung (oder von Orkla - die wollen, wenn ich richtig gehört habe, Orkla Media (in Deutschland neben der Netzeitung auch Golem) ja gerne verkaufen? - oder bereitstehenden Investoren) für die Bezahlung von 20 Mio. Journalisten ausreicht.

Wie wir ja schon aus der W3B Studie wissen ;-) , gibt es in Deutschland etwa gleich viele (oder gar mehr) aktive Blogschreiber (Blogger), wie es aktive Blog-Leser gibt - ganz im neuen D.I.Y. Trend.

'Früher' habe ich gegenüber Verlegern und Verlagsmanagern immer argumentiert, dass ein Magazin, eine Zeitung immer dann eine Chance hat erfolgreich zu sein, wenn wir mehr Leute finden die über ein bestimmtes Thema lesen wollen, als Leute, die über ein Thema schreiben wollen - aber da gilt ja heute vielleicht nicht mehr.

Und deswegen komme ich noch einmal auf den Eintrag zur Stellenausschreibung der Netzeitung (1) zurück. Sowohl der Hinweis "Gutes Geld für Gute Arbeit" und "Basisdemokratie soll (muss) geübt werden" hatten und haben einen Hintergrund:

Wenn ein kommerzielles Unternehmen ‘Schreiberlinge’ (Journalisten und alles andere, was man dazu braucht) sucht, dann würde ich erwarten, dass es gleichzeitig kommunizieren, wie das Businessmodell dahinter aussieht und wie die Macht und das Geld hinter dem Projekt verteilt ist und wie Aufgaben und Profit (oder Verluste) verteilt werden. Nach einem bloßen Hosting sieht die Ankündigung ja nicht aus.

Wenn Freunde, Gleichgesinnte oder Gleichgetriebene so etwas machen wollen, kann es o.k. sein, dass man sich darüber keine Gedanken macht, aber wenn aus Citizen Journalisten und Personal Journalisten unter Führung eines kommerziellen Unternehmens …

Robert schreibt heute zur ReadersEdition: Netzeitung goes OhmyNews
(Das glaube zwar ich eher nicht, aber warten wir es ab. )

Ich hatte das Modell OhmyNews früher schon einmal beschrieben und im Rahmen der Internationalisierung von OhmyNews auch schon Mal versucht einen Provider für ein solches Projekt hier in Deutschland zu finden …´damals - vergeblich.

Summary:


Von OhmyNews kann man eine ganze Menge lernen für solch ein Projekt:

Wie man die Mitstreiter findet, bei der Qualifikation mithilft, die Gruppe und Einzelne ‘motiviert’ und über die ‘Leser’ die Bezahlung steuert. OhmyNews macht ja schon seit Jahren Profit, macht auch Print und Radio und hat eine internationale (Englisch) Edition und andere sind in Vorbereitung oder gar auf der Rampe.

Inzwischen gibt es eine ganze Menge andere Leute, Medien, Portale von denen man 'Best Practice', Tipps und Musterlösungen abfingern und/oder nacherfinden kann

- ob es um den Bewertung (Credits) der Beiträge geht (und die sog. Citizen Journalisten 50 % der Top 10 Plätze in der Lesermeinung ergattern

- ob es um die Qualifizierung der sog. Citizen / Personal Journalisten (da hat sich jetzt ja insbesondere BBC engagiert)

- wie man’s nicht nur ‘besser’ macht, sondern auch profitabel ist u.v.a.m.


Eine (von vielen) reichhaltigen Quelle für das Thema ist auch Cyberjournalist.net

In meinem Newletter gibt es einige Informationen und Links (in die Suche 'OhmyNews' / 'Citizen' eingeben)
z. B. zum 5. Geburtstag von OhmyNews im Februar 2005 (ja so lange gibt es die schon!)

und natürlich hier im Blog unter dem Stichwort „Citizen“
z.B. zum Internationalen Citizen Reporters' Forum

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