Monday, August 07, 2006

Wer braucht eigentlich die 'Business News' der VHB?



Wem soll das Geld aus der Tasche gezogen werden? Wer ist für die neue Fehlgeburt 'Business News' bei der VHB verantwortlich?

Die Erfolgsmeldung aus der Pressemitteilung (7-Aug-2006) zum Start:

Erfolg Nr. 1:
"Business News, die erste deutsche Officezeitung der Verlagsgruppe Handelsblatt (VHB), ist an diesem Montag mit einer Auflage von 80000 Exemplaren erfolgreich gestartet. Dies sind 10000 Exemplare mehr als ursprünglich geplant [...]

Unsere Vertriebspartner sehen Business News als echten Zusatznutzen (?) für ihre Mitarbeiter ... die Anfragen nach Vertriebspartnerschaften nehmen täglich zu ..."?

Anmerkung:
War sicher schwierig (und nicht allzu teuer) 10.000 Exemplare mehr zu platzieren. Doch was passiert, wenn die Vertriebspartner die erste Ausgabe sehen oder gar lesen? Und wie ist das mit dem Zusatznutzen zu verstehen?

Erfolg Nr. 2:
"Auch im Werbemarkt ist die erste, 32 Seiten umfassende Ausgabe, auf sehr gute Resonanz gestoßen. Zu den Startkunden zählen BMW, RAG, Cap Gemini, Lloyd Fonds und Parship (Verlagsgruppe Holtzbrinck) [...]

Anmerkung:
Es gibt Unternehmen die wollen erst sehen einmal sehen, ob sich das neue Konzept am Markt durchsetzt bevor sie Werbung schalten und Budget-Entscheider - so habe ich das immer bzw. oft gesehen - beim ersten Mal kann man eigentlich nichts wirklich falsch machen. Man bekommt für einen "Super-Spezialpreis maximale Aufmerksamkeit" ...


Wenn dann (in der Pressemitteilung) der Chefredakteur Klaus Madzia sagt: „mit unserem späten Redaktionsschluss um 0.30 Uhr sind wir in der einzigartigen Lage, die Ereignisse des Abends, auch im TV, unseren Lesern hoch aktuell zu präsentieren“, wundert es schon wenn dann

- die Rückkehr der Deutschen Bank zum Massengeschäft im Private Banking
- die Bio-Welle bei Aldi und Lidl und
- Rupert Murdochs überraschenden Einstieg (Juli 2005 - ob man sich im Datum geirrt hat?) bei My Space.com



die Highlights der ersten Ausgabe sind, die Leser, "Distributoren" und Anzeigenkunden davon überzeugen sollen, dass sie die "Business News" wirklich brauchen.

Man kann ja, man soll ja verrückte Ideen haben, aber wer um Himmels willen gibt solche Projekte frei?

Für mich bleiben nur zwei Fragen (offen):
Wie lange? Und, wessen Kopf kostet dieser Versuch?
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