Sunday, September 24, 2006

Blogger-Ethik - vorauseilender Gehorsam oder/und nachwirkende Ergebenheit

Meine Notiz zu dem durch die GmbH und ihre Eigner verfügten - m.E. nicht gerade beispielhaften - Aufbruch der Social Plattform openBC ins Chinesische Zeitalter, hat mir ungewöhnlich viele Besuche über Technorati gebracht.

Neue und alte 'Bekannte'. Und ein 'alter' Bekannter, Robert Green, veranlasst mich hier noch einmal nachzudenken ... ob es Unterschiede in journalistischer Ethik und Blogger-Ethik gibt, geben soll, geben muss?

Klar, ein Blogger ist sein eigener Chefredakteur, Verleger, Ethikrat, usw., aber es könnte ja nicht schaden einmal über ein paar Grundsätzen nachzudenken, diese zu eigenen Handlungsvorgaben zu machen und die Grundlage auf deren Basis gebloggt wird, für das Klientel nachvollziehbar und einortbar zu machen. Für mich wären diese Grundsätze auch gar nicht so weit von journalistischen Grundsätzen weg ...

- Quellen- und Informantenschutz, ja!
- 100 % Beachtung von Non-Disclosure Vereinbarung, ja!
- Nichtverwertung von im Rahmen der Ausübung eines Auftrag gewonnen Erkenntnisse, ja!
-Offenlegung von Interessenskonflikten oder 'bezahlter' PR Arbeit, ja ... usw.

Nun zum Anlaß. Was mich - an dem Beispiel 'OpenBC goes China' - beo Robert Green nachdenklich stimmt?

Robert schreibt (auf Basic Thinking)

(XING) "... heute Nacht in einigen Blogs mittels Kommentareintrag von einem anonymen User bereits vorab genannt (auch bei mir, habe den Namen aber gelöscht, weil mir bekannt war, dass OpenBC erst am Mittwoch damit raus wollte) ..."

Robert korrigiert /zensiert einen Beitrag, weil ihm 'bekannt war, dass das Unternehmen den neuen Namen erst später bekannt geben wollte'?! Da ich auf dem Blog (bisher) keinen Hinweis gefunden habe, dass er von OpenBC bezahlt oder kontrolliert wird - finde ich das einer Frage würdig.

Remo Uherek schreibt später in als Kommentar (klingt für mich wie die Nachwirkung nach einer hochnotpeinlichen Befragung, oder Androhung von Höllenstrafen)

"Im Nachhinein frage ich mich tatsächlich, ob es gescheit war, dieses "offensichtliche Geheimnis" (Anmerkung: z.B. offene Registrierung DPMA/WIPO) öffentlich auszuplaudern. Vielleicht hätte ich mich zuerst mit openBC in Verbindung setzen sollen ... "

Na ja, vielleicht um OpenBC (dem Unternehmen) Gelegenheit zu geben, dazu Stellung zu nehmen, aber doch bitte hoffentlich nicht, um eine Erlaubnis für die Veröffentlichung zu erhalten ...

Anlaß - vielleicht? - sich über einen Codex 'Blogger-Ethik' Gedanken zu machen?

Aus 2003: A Bloggers' Code of Ethics
- aber dort gehen Blogger ja auch mal für ihre Berufsauffassung ins Gefängnis

XING - die Offizielle Stellungnahme der GmbH Offiziellen:

Hier gibt es (sei gestern 9:41) einen Betrag von Lars Hinrichs - die den Aufbruch in das kommende Chinesische Zeitalter (XING hat im chinesischen eine tolle Bedeutung, besser wäre: kann haben) verkündet und damit zufrieden ist, das im englischen die Bedeutung ja auf der Hand liegt und für Europäer der Name einfach, kurz und prägnant (jetzt testen, gogglen!) ist.

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