Wednesday, October 18, 2006

Armutszeugnis für Onlineangebote von Zeitungen

Für ein Projekt bin ich auf der Suche nach Nutzungsdaten von Website-Angeboten von Zeitungen. Unter anderem habe ich dabei (auf naa.org) auf folgende - mich zwar nicht überraschenden, aber doch sehr enttäuschende Daten - gefunden:

Newspaper Websites (US)

Unique Audience, Active Reach sowie Pages, Time und Visits per Person über die Jahre
Januar 2004 bis Juli 2006 gefunden. Die Zahlen sind von Nielsen/NetRating und betreffen die USA und die Nutzung insgesamt (privat & am Arbeitsplatz). Ich fürchte die Zahlen für Deutschland sind nicht viel besser. oder?

- die Reichweite (US) lag im Juli 2006 bei 35,3 % (Spitzenwert 37,6 - März 06)

- die Seitenaufrufe pro Nutzer (Juli 2006) bei 46,68 (Spitzenwert 50,0 - Oktober 05)

- die Nutzungsdauer pro Nutzer (Juli 2006) bei 39 Min, 19 Sek. (Spitzenwert 45 Min, 14 Sek. - Oktober 05

d.h. nur ca. 1/10 der Zeit, welche die Nutzer durchschnittlich für ihre gedruckte Zeitung investieren (425 Min)

- die Besuche pro Nutzer (Juli 2006) 7,9 (Spitzwenwert 8,2 - Oktober 05)

d.h. weniger als zweimal pro Woche (und für ca. 5 Minuten je Besuch)


Tabelle (PDF)

Mehr von Rich Gordon (Readership Institute, Medill School, NW Uni)

Es bleibt noch ein langer Weg zu gehen, wenn Zeitungen sich mittel- und langfristig ein wesentliches Teil des Informations- und Medienbudgets ihrer präsumtiver Leser/User 'verdienen' wollen.


P.S.
Für Zeitungsverleger:
Wollt ihr nicht oder könnt ihr nicht

Für die Online-Macher:
Könnt ihr, wollt ihr oder dürft ihr nicht

Für die Online-Besucher / User:
Bitte widersteht den süssen Verlockungen der bunten Welt 'da draußen' und wartet bis eure geschätzten Verleger und Verlagsangebote in die Gänge kommen - wir brauchen euch!
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