Sunday, May 13, 2007

Investor Relation: Fakten statt Mythen über die Zeitungsbranche

Wenn die Dürrmeier's, Gottschagg's, Schwingenstein's und Seidlein's (Süddeutscher Verlag) am 8. Mai in London auf dem Kapitalmarkttag des WAN (Capital Markets Day) Gavin O'Reilly (Präsident des WAN und Vorstand der Geschäftsführung bei Independent News & Media Ltd.) zugehört hätten, dann würden sie sich den geplanten Verkauf ihrer Anteile am Süddeutschen Verlag noch einmal gründlich überlegen und über neue, weltweite Investitionen in die Zeitungsbranche nachdenken (und nicht nur weil Klaus Lutz und seinen Frauen/Mannen für 2006 und den Verkaufsprospekt ein so gutes Ergebnis präsentiert haben).

Gavin's Präsentation "Fakten statt Märchen über die Zeitung" war an die Vertreter des Kapitals, die Investoren und Analysten gerichtet, denen 'alles spricht für die Zeitung - oder die 'die Aussichten für den Zeitungsmarkt stehen im krassen Gegensatz zur gängigen Meinung und sind besser als je zuvor' ...

Nach einer Meldung der WAN nahmen am Capital Markets Day Analysten, Anlageberater und sonstige Vertreter von großen Banken und Investmenthäusern wie Bear Stearns, Citigroup, Goldman Sachs, Merrill Lynch, Morgan Stanley, UBS, Deutsche Bank, JP Morgan, Alliance Bernstein und Fidelity International teil und haben Gavin's "Richtigstellung einiger der absurden und schädlichen Behauptungen" über die Zeitungsbranche gehört (- ob sie das auch internalisiert haben, bleibt abzuwarten). Unter anderem:

- Zeitungen sind das einzige wahre Massenmedium, weil sie gegen eine Marktaufsplitterung weit gehend immun sind

- unter den etablierten Medien sind die Zeitungen weit konjunkturresistenter als ihre Wettbewerber (wer hat behauptet Zeitungen seien in einer Konjunkturkrise?)

- über 1,4 Milliarden Menschen lesen täglich Zeitung

- die Anzahl der Bezahlzeitungen in 2006 stieg auf 10,794 - plus 3,2 %

- die Auflage der Bezahltzeitungen in 2006 stieg auf 510,4 Mio. - plus 1,9 %

- der Werbeumsatz legte binnen 12 Monaten um 4 % zu

- die Zeitungen können sich des Ansturms der digitalen Medien wesentlich besser erwehren als Rundfunk und Fernsehen

- wenn es je ein Risiko gegeben hat, dann haben die Zeitungsverlage Risikoportfolio verbessert und tätigen weiter große Investitionen in ihre Zukunft



Weitere Daten in der Präsentation "Fakten statt Märchen über die Zeitung" in englischer Sprache (PDF, download).

P.S. 1:
Zu der Initiative The 'facts about newspapers in 2007… not the myths' gehört auch "eine mehrsprachige und in mehreren Ländern durchgeführte Kampagne, mit deren Hilfe WAN ein notwendiges Gegengewicht zu den fehlerhaften Informationen über die Zeitung schaffen will."

P.S. 2:
Ob Warren Buffet seine Investitionsempfehlungen schon geändert hat, ist nicht bekannt.
Warren Buffett: Newspapers are still Profitable but in Permanent Decline

P.S. 3:
Die Leistungen der WAN für Ihre Mitglieder schätze ich deutlich höher ein, als dass was in diese Kampagne aufgetischt wird.
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