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Monday, June 16, 2008

Internet Kühlräume für leicht verderbliche Medien, Das 7Tage WEB oder Werbeverbot für das Öffentlich-Rechtliche

Der angestrebte (sogenannte) Kompromiss-Lösung der Ministerpräsidenten zeigt noch einmal deutlich, dass sie und insbesondere ihren Zuarbeitern und Lobbyisten-Kontakten nichts vom Wesen des Internet verstehen, verstehe wollen. Sonst hätte man, wie jetzt Mathias Döpfner die Chancen für die alte Forderung eines Werbeverbots im öffentlich-rechtlichen erkannt und wieder ausgegraben und wie Mathias Döpfner mit "Online-Freiheit gegen Werbeverzicht" gelockt. Die Headline (bei Heise gelesen, für eine dpa Meldung) zum Spiegel-Gespräch "Springer-Chef fordert uneingeschränkte Online-Angebote für ARD und ZDF" klang so, als hätte bei den im Netz sehr aktiven Axel Springer Verlag die Vernunft gesiegt, aber ... es war der nur untaugliche Versuch, mit dem Lockruf einer Online-Freiheit, erneut ein Werbeverbot von der Politik zu fordern.

Ob eine reine Gebührenfinanzierung, eine Mischfinanzierung (oder die Abschaffung) ich könnte damit leben - ; wenn es aber einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk / Fernsehen geben soll, dann müssen die Sender m. E. auch ohne Einschränkungen ihren Auftrag im Internet ausführen (dürfen), weil die so Beglückten ihren 'Medienkonsum' zunehmend vom Fernsehen weg ins Internet verlagern.

Da ich diesen (in meinen Augen) Unsinn schon im Zusammenhang mit Michael Hanfeld's Rundfunkstaatsvertrag: Die Öffentlich-rechtliche Textkonzerne Beitrag in der FAZ aufgeregt hatte ... Lobbyist in eigener Sache, hier nur noch der Hinweis, dass ja sowohl die Öffentlich-rechtlichen Medien als auch die Nicht-öffentlichen Medien von den Lesern / Nutzern leben und bezahlt werden.

Neben den (geringen) Nutzungsgebühren / Abonnementgebühren in ganz erheblichen Maße von der Zeit und Aufmerksamkeit die ihnen (noch) geschenkt wird und mit dieser 'Aufmerksamkeit / Nutzung' finanzieren sich die Medien. Nur wenige Werbetreibende werben, weil Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehen so schön und so wichtig für unsere Demokratie sind, sondern Sie kaufen Zeit und Aufmerksamkeit der von den Medien 'versammelten und unterhalten' Leser, Seher, Hörer um mit diesen zu reden.
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