Tuesday, December 16, 2008

Mäzenentum und Spendenfinanzierter Journalismus

Ronnie Grob macht sich auf medienlese.com über spendenfinanzierte Inhalte, Blogs und Blogbetreiber. Ich denke aber, dass dies eine Finanzierungsart ist, welche hier in Deutschland insgesamt nicht sehr en vogue und vielleicht auch nicht geschätzt ist!? Seit die Erbsenzähler in den Medienhäusern die Macht übernommen haben, gibt es kaum noch Mäzenentum in den Verlagen und durch die Eigner und ich hege den Verdacht, dass eine solche Unabhängigkeit auch gar nicht gerne gesehen würde. Lieber verlässt man sich auf Werbetreibende und die Leser, kürzt halt an Leistung und Leistungsträgern (und gibt die Hoffnung auf die schützende Hand des Staates nicht auf).

Zum Beitrag von Ronnie Grob - dort gibt es (bisher) auch schon einige Kommentare ...

Hier ein paar Gedanken dazu:

Das diese Art der Finanzierung hierzulande so selten ist, hängt vielleicht auch daran, dass Spenden irgendwie als teilen mit den Armen oder als Entlastung für das schlechte Gewissen herhalten muss und weniger als Förderung von jemandem und/oder für etwas Schönes + Wichtiges.

Gab es einige deutsche Fürsten, die sich ihren Dichter, Komponisten, Architekten, Hanswursten, usw. hielten und dafür mehr oder weniger tief in die Tasche griffen, waren die Beihilfen für "Stadtschreiber" in der Regel eher dürftig.

Gerade vermeldet der TNS Spendenmonitor für 2008 wieder rund 2,8 Mrd. Euro Privatspenden, plus Firmen- und Institutionelle Spenden. Da käme da ein hübsches Sümmchen zusammen, wenn man denn den Journalismus für etwas Wichtiges halten würde, wichtig für die Gesellschaft, für Kultur, Bildung, usw.

Ich denke diesen Gedanken und die Bereitschaft lohnt sich zu entwickeln und zu fördern. Gefördert werden sollte aber nicht so sehr der Longtail der Industriekette, sondern die, die am Anfang der Produktionskette stehen. Kurz: ich erwarte die Rettung des Journalismus nicht vom Staat, nicht von der Masse der Leser, den Werbetreibenden und auch nicht von den Journalisten selber, sondern von denen, welche die Qualität von Journalisten und Journalismus schätzen und privat und institutionell fördern wollen.

Ja, ich halte eine Apanage für Schriftsteller, Fotografen, Denker, Wissenschaftler, etc. die für eine bestimmte Zeit z.B. in der Zeit oder der Süddeutschen, oder Magazinen, TV und vielleicht auch Blogs schreiben / veröffentlichen für denkbar, ja für überlebensnotwendig für 'großen' Journalismus in Deutschland und habe den leisen verdacht, dass sich vor allem Medienunternehmen von solchen (von ihnen) unabhängigen Geistern auch ein wenig fürchten.

Frühere Einträge:

Re: CQJR

Schafft das Primat der Finanzer in der Medienwelt wieder ab!

Gratification Factors & Motivation of Citizen Journalists

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