Ich denke schon. Ziemlich sogar. Sie sitzt auf ihrem Thron und sieht ihre Ausscheidungen als die Insignien und Garantien ihrer Macht und kämpft gegen alles unreine und unordentlich, was da draußen in der schönen Welt so passiert ... Klar, manchmal sehen auch die, die auf dem Thron sitzen und ihre gesammelten Rechte und Privilegien besitzen und verteidigen, auch was da draußen so alles abgeht, aber in die lustvolle orale Phase einzutreten, verbietet sich, da läuft man nämlich Gefahr, etwas aufzugeben zu müsste und in Kauf zu nehmen, dass jemand anderen diesen Thron besetzt (ohne zu realisieren, dass die da draußen erheblich mehr Spaß haben).
Wir geben unseren Kunden / Untertanen von unseren 'Produkten' aus Gottesgnaden nur gnädig etwas ab, wenn sich diese zur Einhaltung unseren Spielregeln verpflichten und das nach einer Preispolitik, welche die Kaufkraft unserer Kunden von oben nach unten abschöpft (sehenden Auges und Wissens, dass sich in der oralen und genitalen Welt die Höhepunkte, das Feuerwerk von unten nach oben hin aufbaut).
Innovationen in unserer Branche überlassen wir den Anderen, den Fremden, den Outcasts - nur wenn da wider unseren Erwartungen etwas 'besitzen wertes' herauskommt, versuchen wir uns das unterzuschieben. Dabei hilft es, dass man unsereins mit anal fixierter Persönlichkeit neben Ordenendlichkeit und Reinlichkeit, auch ein hohes Maß an Eigensinn und an Geiz ausartende Sparsamkeit nachsagt. Sollen die erst einmal beweisen, dass das funktioniert und profitabel ist, dann werden wir es schon rechtzeitig für uns reklamieren ...
Über die Preispolitik und das Preiskartell will ich hier gar nicht mehr schreiben. Aber warum vergeuden "über 1.000 Verlage" und die Verbände des produzierenden und vertreibenden Buchhandels ihre Energie, Zeit und Geld um über libreka ein paar eBooks an ein paar eBook Reader Besitzer (nach meiner Schätzung so um die 30.000 / maximal 50.000 inkl. Importe) zu verbreiten, statt ihr Geld für einen kostenloses PC / Smart eBook Reader und seine Verteilung auszugeben mit dem sie rd. 38 Mio. PC's in privaten Haushalten und einer schnell wachsenden Anzahl von Smartphones/iPhones/PDAs zu Empfangs- und Lesestationen von eBooks (und eZeitungen und eMagazines) aufwerten könnten? Klar kürzlich hat barnesandnobel, jetzt Amazon Kindle PC angekündigt (nicht zu vergessen BookServer und Google Edition) und wenn sich herausstellt, dass die geneigten Kunden dieses Angebot nutzen, dann ziehen die Verleger nach.
[Man stelle sich vor, Amazon oder Google würden bei den deutschen Verlegern anklopfen, ob sie mit den eBooks auch die libreka-eReader Software vertreiben dürfen.]
In Japan zum Beispiel erzählen Content-, Applikations- und Zugangsprovider-Industrie den Herstellern von mobilen Telefonen, welche Funktionen in die Geräte einzubauen sind ... sodass die Käufer die Angebote und Applikationen direkt und umfassend nutzen können. Hier schleichen wir zu den dominierenden Herstellern und versuchen herauszufinden, was die in zukünftigen Modellen gnädigst planen.
Noch einmal zurück zu den eBooks und der Preispolitik. Warum um alles in der Welt finde ich nicht bei jedem eBook aus einem deutschen Verlag (und ganz besonders für Bücher auf der Backlist / bei vergriffenen Büchern) einen PoD Button (Print-on-Demand-Bestellknopf) mit dem ich mir meine individuelle Version und Ausstattung eines körperlichen Buches für den Bücherschrank, zum Verschenken, für ... kaufen kann? Warum gibt es keine Zusatzangebote, wie Lesungen, Besprechungen, Diskussionen, Portraits, Webcasts, etc.? Warum?
Auch Befunde im Bereich Marketing- und Werbepartner, im Bereich Autoren, Leistungsschutz und Urheberrecht und verwandter Schutzrechte, in der Leser-/Nutzer-Beziehung sowie Social Media und Communities. Bevor ich weiter langweile, im Grund ist das ja allen bekannt oder dämmert / hämmert höre hier aber erst einmal auf.
Wer vom Thron steigen will, kann ja gerne einen Kommentar hinterlassen oder sich per D: @hemartin auf twitter melden.
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Nachtrag
Andrea Hünninger, Wer hat Angst vorm Elektrobuch