Showing posts with label History. Show all posts
Showing posts with label History. Show all posts

Tuesday, August 12, 2014

Can you compare the eBook Revolution with the Paperback Revolution

The answer of Hachette's CEO Michael Pietsch to the Amazon readersunited.com appeal has sparked the discussion of how different or how similar this two revolutions which have and which will change the business and democratizing reading for ever are.



Matthew Ogle has recorded the Paperback revolution 1935 - 1960 on straightforward facts. Mentioning of how furious publishers, booksellers and book-culture advocates where about Paperbacks ... more here



Michael Pietsch explains the Paperback revolution as a well-thought, financially logical step by publishers in making the most money for out of marketing the cultural good of literature

The invention of mass-market paperbacks was great for all because it was not intended to replace hardbacks, but to create a new format available later, at a lower price.

The auto-response letter of Michael you find here

Edward Robertson points to the weakness /  fallacy of Michael Pietsch arguments and concludes that Michael (or his PR staff) either doesn’t know about the history of his own industry, or is openly lying to the public about it, to the people complaining about Hachette's quarrel about pricing ideas of Amazon

Well, technically, it isn’t false — it’s true that mass market paperbacks weren’t invented to replace hardbacks. But they weren’t published in the modern fashion, with a publisher releasing them months after the more expensive hardback. Rather, paperback rights were purchased by competing publishers who were able to sell their paperbacks for 10% of the price of the original hardcovers.

In other words
Paperbacks were invented to disrupt the hardcover industry...  more

In short:
eBooks are invented to disrupt the paper book industry, whether you like it or not

Thursday, April 04, 2013

Inkunabeln aus Deutschland und Europa


via abebooks.de

"In der Mitte des 15. Jahrhunderts setzte Johannes Gutenberg mit seiner komplexen Erfindung des Buchdrucks mit Druckerpresse und variablen Lettern einen Meilenstein in der Geschichte des Buchdrucks. In den folgenden fünf Jahrzehnten entwickelten sich in ganz Europa frühe Druckorte wie Straßburg, Köln und Basel zu Zentren des Buchhandels. In den Druckwerkstätten von Anton Koberger, Johann Zainer, Peter Schöffer und anderen entstanden bis zum Jahr 1500 sogenannte Inkunabeln."

Die Zahl der weltweit erhaltenen Inkunabeln wird auf rund 27.500 Werke mit einer Gesamtzahl von 550.000 Exemplaren geschätzt. (Wikipedia)

Hier einige Drucke, welche in Augsburg, Mainz, Nürnberg, Venedig und anderen frühen Druckzentren entstanden sind... (zusammengestellt von abebooks)


vergrößern

Monday, August 20, 2012

Anrufe gegen Gegenwart und Zukunft

Über die schreckliche, unmoralische und faule Jugend ...

Allzuleicht vergessen wir, dass wir diese schreckliche, unmoralische Jugend von gestern (oder vorgestern waren). Und das Wehklagen über das Verhalten der Jugend und die Verdorbenheit der jungen Generation hat Tradition und sind wohl so alt wie die Menschheit, wie diese Fundstücke nahe legen:

"Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe." 
(Keilschrifttext aus Ur, Chaldäa, um 2000 vor Christus)

"Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, sie ist böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein wie die Jugend vorher, und es wird ihr niemals gelingen unsere Kultur zu erhalten."
(Keilschrifttext, babylonische Tontafel, um 1000 vor Christus)

"Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."
(wird oft Sokrates, einem griechischem Philosopen, 449 - 399 vor Christus zugeschrieben, aber dafür gibt es keinen Nachweis)

"Der Lehrer fürchtet und hätschelt seine Schüler, die Schüler fahren den Lehrern über die Nase und so auch ihren Erziehern. Und überhaupt spielen die jungen Leute die Rolle der alten und wetteifern mit ihnen in Wort und Tat, während Männer mit grauen Köpfen sich in die Gesellschaft der jungen Burschen herbeilassen.“
(Sokrates, griechischer Philosoph, 449 - 399 vor Christus

"...die Schüler achten Lehrer und Erzieher gering. Überhaupt, die Jüngeren stellen sich den Älteren gleich und treten gegen sie auf, in Wort und Tat."
(Platon, griechischer Philosoph, 427 - 347 vor Christus)

"Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen."

"Wenn ich die junge Generation anschaue, verzweifle ich an der Zukunft der Zivilisation."

(Aristoteles, griechischer Philosoph, 384-322 vor Christus)

"... auf ihrem Höhepunkt kennt die Jugend nur die Verschwendung, ist leidenschaftlich dem Tanze ergeben und bedarf somit wirklich eines Zügels. Wer nicht dieses Alter nachdrücklich unter seiner Aufsicht hält, gibt unmerklich der Torheit die beste Gelegenheit zu bösen Streichen... Unmäßigkeit im Essen, sich vergreifen am Geld des Vaters, Würfelspiel, Schmausereien, Saufgelage, Liebeshändel mit jungen Mädchen, Schändung verheirateter Frauen."
(Plutarch, ein griechischer Schriftsteller,  ca 45 - 125 nach Christus)

Aber auch:
"Die verschiedenen Altersstufen des Menschen halten einander für verschiedene Rassen: Alte haben gewöhnlich vergessen, daß sie jung gewesen sind, oder sie vergessen, dass sie alt sind, und Junge begreifen nie, dass sie alt werden können."
(Kurt Tucholski, deutscher Journalist und Schriftsteller, in Der Mensch, 1890 - 1935)

... mehr Fundstücke und Zitate? Zum Beispiel bei Guido Stepken auf little-idiot.de (PDF).


Über die Verwerflichkeit der Straßenbeleuchtung

Thursday, July 05, 2012

Zeitungsgeschichte(n) III : 407 jähriges, 476 ... oder gar 1953 jähriges Jubiläum


Dieses Datum hatte sich Martin Wilke 2005 ausgeguckt, denn ein ausreichender Grund zum Feiern findet sich immer. Doch war 1605 der Urknall des Zeitungswesens?

Mein antiker Brockhaus aus dem Jahre 1841 weiß (wusste damals bereits) mehr:


Die Vorläufer der Zeitungen und Tageszeitung sind uns ja alle (selbstverständlich) aus dem alten Rom bekannt, die acta diurna und dem Venedig des 16. Jahrhunderts bekannt. Während die Republik Venedig ab 1536 (oder 1556) mit den Osmanen Krieg führten, wurden von Zeit zu Zeit geschriebene Nachrichten, die notizie scritte, über den Gang der Auseinandersetzungen an verschiedenen Orten ausgelegt, welche man gegen Bezahlung (Paid Content) einer kleinen, Gazetta genannten Scheidemünze, lesen konnte. Daher stammt übrigens auch der Name Gazetta aka Zeitungen.



Picture-Source: Mark Pack



[In China produzierten bereits im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr.) die Hofbeamten der späten Han-Dynastie Nachrichtenblätter, die sog. tipao. Ab 713 (und bis 734) gabe es u.a. die Bulletin des Gerichts, die Kaiyuan Za Bao der chinesischen Tang-Dynastie Regierung und aus dem Jahr 1582 gibt es die erste Erwähnung von privat veröffentlichten Zeitungen in Peking.]

In Deutschland waren vereinzelt gedruckte Flugblätter mit Nachrichten von wichtigen Begebenheiten die Anfänge der Zeitungen, die unter anderem in Augsburg, Nürnberg und Wien unter verschiedenen Titeln herauskamen. Zum Beispiel 'Relationen', die gewöhnlich in Briefform abgefasst waren und die 1524 in Augsburg und Wien, 1528 in Regensburg, später in Dillingen und anderen Orten herauskam. 'Die Newe Zeitung vom Türken, so ein gut Freund, welcher damit und dabei gewest ist, von Wien hrauf geben' (Nürnberg 1529)  oder 'Wahrhafte Sendebriefe'.

Die erste, wenn auch anfangs nicht regelmäßig herausgekommene Neuigkeitsblatt, war das seit 1612 in numerierten Blättern zu Frankfurt gedruckte 'Aviso, Relation oder Zeitung, was sich begeben oder zugetragen hat in Deutsch- und Welschland, Spanien und Frankreich, in Ost- und Westindien usw.' Die erste regelmäßig herauskommende Zeitung gründete 1615 der Frankfurter Buchhändler Egenolf Emmel mit dem 'Frankfurter Journal'. Und ab 1617 kamen in Frankfurt auch 'Die Postavisen' (später Oberpostamtszeitung) heraus. In 1618 in Fulda die Zeitung 'Der Postreiter' ... und in der Folge in vielen anderen Orten. Zum Beispiel in München 1628 'Die gewisse und wahrhaftige wöchentliche Ordinari-Zeitung'  ...

Source: Brockhaus 1841, Wikipedia

Alle Blog-Einträge unter dem Label History

Zeitungsgeschichte(n): Jubiläum 400 Jahre Zeitung

400 Jahre - Und die Zeitung lebt weiter ....

Die Anfänge der Fachpresse in Deutschland (1631)

The Origin and Development of the Newspaper

Zeitungsgeschichte(n) II.: Citizen Journalismus im Jahre 1690

Newspapers History: 180 years of not charging for content

Verlag anno 1841 - Verlag kommt von Vor(aus)legen

Wednesday, January 11, 2012

CNBC: Bill Gates’ first taped encounter with a computer [video]

via thenextweb.com

The "young Bill Gates was lucky enough to be able to gain access to a computer via teletype link, thanks to a local Seattle company. Apparently, he would leave his home at night to go explore this new amazing tool with friend Paul Allen..."

Thursday, January 13, 2011

Wednesday, December 22, 2010

20 Years ago: Bill Gates: "Information at Your Fingertips" Keynote - Comdex/Fall 1990


On my 10th Visit to Comdex / Comdex/Fall, Las Vegas - from the Hilton Hotel Parkdeck, different Hotels and Convention Centre Bill Gates delivered on November 12, 1990 his famous Keynote titled "Information at Your Fingertips" - interesting to hear Bill's vision from 20 years ago.

His updated "Information at Your Fingertips" keynote from Comdex/Fall 1995 is widely available, so even this Clip (digitized from a VHS Video) is in low quality, I think it is worthwhile preserving it as a document.

(As sevenload is closing down for UGC on February 28, 2013, I upload the Vid to Youtube)

Monday, November 08, 2010

Zeitschriften und Zeitungen - anno 1841 -

... Der Nutzen solcher Schriften, die gleichsam mit der Zeit selbst fortschreiten und daher auch die zeitliche Richtung der der Menschheit abspiegeln, wie sie sich geltend zu machen suchen, ist für Berichtigung der Meinungen und Ansichten und Verbreitung von geistiger Cultur und nützlicher Kenntnisse ungemein groß.

Als Nachteile werden hauptsächlich die Beförderung von Oberflächlichkeit und der mögliche Misbrauch ihres Einflusses zur Irreleitung der Meinung, sowie der Schade angeführt, welche manche durch ihren geschmacklosen, unsittlichen, groben Ton anrichten ...

Brockhaus 1841, Seite 788ff

Würde mich gar nicht wundern, wenn ich das auch mal über die (neuartigen) Internet/Online Medien lesen würde ;)

Tuesday, November 02, 2010

Verlag anno 1841 - Verlag kommt von Vor(aus)legen

Verlag ist Dasselbe mit den Auslagen oder Geldausgaben, welche die Betreibung oder Ausführung eines Geschäfts nöthig werden. So enthalten die Kostenberechnungen der Advocaten unter Bezeichnung Verlag, was sie etwa für Schreiberlohn, für Briefporto, Fuhrlohn oder sonst bei ihren Geschäften ausgelegt haben.

In manchen Fabrikgegenden heißen die Kaufleute Verleger, welche den Webern, Strumpfwirkern, Spitzenklöpplern u.s.w. das Material zu den von ihnen gefertigten Waaren, also Garn und Zwirn geben und das Arbeitslohn für die fertigen Stoffe bei deren Ablieferung bezahlen. Die allgemeinste Anwendung finden jedoch die Ausdrücke Verlag und Verleger im Buchhandel und hier ist auch von einem Verlagsrecht die Rede, unter welcher zu verstehen ist, welche ein Buch-, Kunst- oder Musikalienhändler oder eine Buch-, Musikalien- oder Kunsthandlung auf rechtlichem Wege zur Vervielfältigung von Geistes- und Kunsterzeugnissen, namentlich von Büchern Musikalien, Kupferstichen, Lithographien u. dergl. und zum Verkaufe derselben zu ihrem Vortheil erworben haben. Es geschieht das, indem sie von einem Schriftsteller, Componisten oder Künstler ein Werk desselben mit der

Verpflichtung zur Herausgabe auf ihre Kosten und zum Verkaufe auf ihre Rechnung übernehmen, welches ihnen ausdrücklich zu diesem Zwecke ein- für allemal, oder nur in einer Auflage von einer bestimmten Anzahl von Exemplaren, auch wol blos auf eine gewisse Zeit abgetreten wird. Welche Vortheile sie dem Verfasser dafür bewilligen oder nicht, ändert an der Natur der Übereinkunft nichts. Hinsichtlich der in Zeitschriften und in Taschenbüchern abgedruckten Sachen ist angenommen, daß der Verfasser nach Ablauf eines Jahres darüber wieder beliebig verfügen können, wenn nicht deshalb ein anderes Übereinkommen getroffen wurde. Die Rechte von Verfasser und Verleger können zwar übertragen werden und gehen namentlich auf deren Erben über, doch sind dieselben in Deutschland sowol durch die Bundesgesetzgebung als auch durch die Gesetze einzelner Bundesstaaten auf gewisse Zeiträume beschränkt (f. Nachdruck), nach deren Ablauf sie erlöschen und die betreffenden Werke gleichsam Nationaleigenthum werden.

Zitiert nach Brockhaus 1841, Band IV., Seite 592  

Wednesday, April 28, 2010

Konrad Zuse - ein Filmportrait des Computerpioniers und seiner Maschinen

von Mathias Knauer, Schweiz 1990, 73 min. - jetzt gerade noch rechtzeitig zum 100. Geburtstag (22. Juni) auch auf DVD - direkt vom Autor  (via teleopolis).



Bestellungen | Informationen, Pressebilder, Plakat und ein ausführliches Pressedossier (32 S, PDF) auf der Website des Filmemachers Mathias Knauer

Informationen zum Zuse-Jahr 2010

Nachtrag 29.08.2012:
FU Berlin + Deutsche Museum München haben das Konrad Zuse Internet Archiv freigeschaltet


Eintrag zum 75. Geburtstag:
Die Konrad Zuse Gedächnis Tour 1985 von IF aus München macht Station in Würzburg

Thursday, July 23, 2009

Newspapers History: 180 years of not charging for content

By Jeff Sonderman on newsfuturist.com

"I have a history lesson worth reading for those who think news should or may have a price online:
... Newspapers haven't actually charged for news content since the 1830s.

Up until then, most newspapers were subscription-only and cost about 6 cents a day (or about $1.20 in today's dollars, adjusted for inflation).

By asking subscribers to bear the full cost of production, newspapers limited their audience to the few who could afford the luxury. That was actually OK for the time, because literacy rates were quite low anyway.

But compulsory education raised literacy rates as the 19th century progressed, and in the 1830s publishers realized a new model to reach the growing market - the penny press ..."
Jeff concludes:
So, newspaper folk, economics actually says the same thing about charging online that it has said for 180 years about charging for print: you must set consumer prices at or fractionally above the marginal cost. In print, that may be the 50-cent newsstand price. Online, with cheap bits, it's ~ zero.

If economics hasn't allowed total-cost subscription pricing in print newspapers, even with their market monopolies and other advantages, why would anyone think economics would allow such pricing in the ultra-competitive online market?
via / more

Later, Christie Silk on editorsweblog.org
Economic History: can we apply the same market principles of the penny press to online news?

As I wrote / said many time before, this digitalization is disruptive. But no way you should try to argue with the customer to pay for the news online as they have done before for news on their paper - they paid for (some) services and comfort! In a disruptive business you have to find new ways and, there is a good chance that advertisers will pay for the other half of the business.

So you've got to develop services user (readers and advertisers) want and make your idea of making money work. If not, Journalism will - find together with their clients - other ways to do the job.

Earlier postings
Abonnentenwerbung - wie eine Koalition gegen vom Kunden bezahlte Inhalte

Zeitungsgeschichte(n): Jubiläum 400 Jahre Zeitung

Zeitungsgeschichte(n) II.: Citizen Journalismus im Jahre 1690

Die Anfänge der Fachpresse in Deutschland

Saturday, September 06, 2008

CHIP 30 Jahre: CHIP, CHIP Hurra! (Teil 3 und Schluss)

... und CHIP ist - auch nach jetzt 30 Jahren - noch immer da! Herzliche Glückwunsch und alles Gute für die kommenden Jahre!

Der Button und Schlachruf der ersten Jahre von CHIP



Ja, am 7. September 1978 war es soweit - CHIP ist da!
CHIPdie Zeitschrift für Mikrocomputer-Technik in Hobby und Beruf
Ausgabe Nr. 1 September / Oktober 1978
Erstverkaufstag Donnerstag, 7. September 1978



und liegt (seit heute) an mehr als 15.000 Kiosken und Bahnhofsbuchhandlungen, sowie rund 100 Elektronik/Computershops in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Verkauf aus. Der Einzelverkaufpreis 4,50 DEM [2,30 EUR] (Abo-Preis 24, 00 DEM [12,27 EUR]- für 6 Hefte).

Übrigens:
Zu dieser Zeit gab es nach Angaben von IDC erst rund 6.800 Computer- und Small Business System in Deutschland und verkauft haben wir von den beiden Ausgaben in 1978 durchschnittlich 30.967 Hefte (inkl. 9.800 Abos) und mitfinanziert von 19,5 Seiten Anzeigen.

Die heutige CHIP Mannschaft hatte das Jubiläum sicherheitshalber schon einmal im Frühjahr dieses Jahres mit einem Relaunch zur Ausgabe April 2008 gefeiert ...

[Nachtrag:


und feiert mit der Ausgabe 10/2008 CHIP noch einmal und die Leser bekommen zum 30sten Geschenke, Preise & die Charter Edition als PDF].

... Dazu gibt es auch ein Video mit dem jetzigen Chefredakteur (und Geschäftsführer) Thomas Pyczak, der das Erfolgsrezept von Deutschlands dienstältester Computerzeitschrift für die letzten 30 Jahren zu erklären versucht und demonstriert wie er Werbeagenturen und Mediaplanern heute davon überzeugt, dass sie und ihre Kunden in CHIP werben müssen (zum Video auf chip.de). Er malt das folgende Profil: CHIP Damals - CHIP Heute


Nun ja, das Bild welches Thomas Pyczak vom typischen Leser in den Anfangsjahren zeichnet trifft es wohl nicht ganz ;-) ... und ob der 1,2 Mio. Bill-alike Leser-Claim alle überzeugt, wir wissen es nicht.

CHIP war damals und für viele Jahre der Zugang und die Begleitung für viele in eine Welt mit dem Computer in Beruf und Hobby. Auch aus diesem Grunde hat die LASI 1981 (Leseranalyse Special Interest) schon überdurchschnittlich viele Unternehmer, Führungskräfte, Selbständige, Mediziner usw. für CHIP ausgewiesen. Auch in den Altersgruppen von 20 – 49 Jahren war CHIP ein häufig genutztes Medium um die eigene Wettbewerbsfähigkeit, den beruflichen Aufstieg und das die Interessen und Hobbys viele Leser, Väter und Söhne zu unterstützen. Hier ein Chart, mit Altersstruktur (im Vergleich zur Gesamtbevölkerung, LASI 1981):


(Updated - siehe Kommentar)

Das Credo unseres Teams war damals die antizipierte stürmische Entwicklung mitzugehen, publizistisch zu begleiten und für alle Beteiligten wesentlichen Nutzen zu schaffen und Services anzubieten. Ganz wesentlich dabei war natürlich der stetige Dialog mit den Lesern schon die erste Ausgabe hatte zwei Kontaktkarten Leser – Redaktion,



Warum haben damals Franzis und Heise das Feld bestellt und es uns dann großzügig überlassen? Nun, die in 1975 im Windschatten der Funkschau gestartete Zeitschrift elo hatte sensationelle Abverkaufszahlen und ansehnliche Anzeigenverkäufe und man wollte diese Pfründe nicht gefährden, sondern das aufkeimende Themenfeld mit 'abfrühstücken'. (Das erinnert mich immer ein wenig an die Populare Electronic, die in 1975 - Januar Ausgabe (den getürkten) Altair 8800 Computer groß auf der Titelseite präsentiert hat, aber im Bereich Mikrocomputer und Personal Computer nie wirklich in der Spitzengruppe der Spezialtitel mithalten konnte.

Heise Verlag hatte erst 1977 seine erste 'Fachzeitschrift' "ELRAD - Magazin für Elektronik und technische Rechneranwendungen" gestartet und der damalige Chefredakteur glaubte noch jahrelang, dass das nix wird. Späte, nach eine Beilage 'computing today' in ELRAD, startete dann 1983, erst langsam, dafür um so gründlicher die Computerzeitschrift c't - magazin für computertechnik erscheint erstmalig.

Der einzige direkte Wettbewerber war im Sommer 1978 Winfried Hofacker mit seiner Zeitschrift elcomp und die war die erste (eigenständige) Mikrocomputer Zeitschrift in Deutschland - wenn auch nur mit (ca.) 2 Wochen Vorsprung.

Und das kam so: Winfried Hofacker, hatte von den CHIP-Plänen gehört - ich hatte mit dem Anzeigenverkauf bereits begonnen und so rief er mich an um herauszubekommen, ob das stimmt und wann das erste Heft erscheint. Er versuchte mich zu überzeugen, dass das bei Vogel wohl nichts wird und wir das besser lassen sollte sonst würden wir nur unnötig Geld in den Sand setzen. Da seine fürsorglichen Worte nicht auf fruchtbaren Boden fielen, fragte er dann wann denn die erste Ausgabe erscheinen würde um dann anzukündigen, dass er auch ein Heft plane und dies auf jeden Fall vor uns erscheinen würde ...

Der Erfolg der ersten Jahre kann sich sehen lassen

Die durchschnittlichen Heftverkäufe der ersten Jahre (Einzelverkauf, Abo)
(jeweils IV. Quartal)

1978: 28.467 Hefte (inkl. 9.800 Abo)
1979: 40.026 Hefte + 40,6 % (inkl. 15.370 Abo)
1980: 53.191 Hefte + 32,9 % (inkl. 19.892 Abo)
1981: 66.104 Hefte + 24,3 % (inkl. 20.816 Abo)
1982: 83.162 Hefte + 25,8 %
1983: 138.866 Hefte + 67,0 %

Auch das Anzeigenaufkommen entwickelten sich bestens
(und nicht immer zur Freude aller Leser)

1978: durchschnittlich 19, 5 Seiten (2 Ausgaben)
1979: durchschnittlich 24,6 Seiten (10 Ausgaben)
1980: durchschnittlich 37,3 Seiten (12 Ausgaben)
1981: durchschnittlich 55,7 Seiten
1982: durchschnittlich 78,5 Seiten

Die Chefredakteure CHIP

Start 1978 Henning Wriedt, Founding Editor, Chefredakteur
1978 - 1982 Günter Knauft, Chefredakteur
1980 - 1989 Richard Kerler, Redaktionsdirektor, Blattmacher
1982 - 1984 Richard Kerler, Chefredakteur (und Redaktionsdirektor)
1985 - 1989 Reiner Korbmann, Chefredakteur
1989 - 1993 Gerald Dick, Redaktionsdirektor
1985 - 1991 Martin Stübs, Chefredakteur
1989 - 1990 Wolfgang Dürpisch
1991 - 1993 Gerald Dick, Chefredakteur (und Redaktionsdirektor)
1993 - 1996 Dieter Winckler, Chefredakteur
1993 - 1999 Rainer Grabowski, Chefredakteur
1999- heute Thomas Pyczak, Chefredakteur, Geschäftsführer

Den Erfolg der neuen Mikrocomputer Zeitschrift für Beruf und Hobby CHIP hatten sich die beiden damaligen Geschäftsführer des Vogel Verlags Friedrich Fischer und Kurt Eckernkamp von Anfang an auf die Fahne geschrieben, man war sich des Risikos bewußt und der Tatsache, dass man zunächst eine Durststrecke zurücklegen mußte. Untereinander hatte man abgesprochen, dass jeder auf seinem Platz alles notwendige tun werde, um dem für den Fachzeitschriftenverlag Vogel mutigen Ausflug in die Welt des Kioskverkaufs zu sichern und ein neues Kapitel profitablen Wachstums des Vogel Verlags aufzuschlagen. Das galt für sowohl für die Bereitstellung der notwendigen finanziellen Ressourcen für den Start und die Marktdurchsetzung, aber auch die Freistellung von Regeln, Gepflogenheiten und Limits, wenn sie dem Wachstum der jungen Pflanze CHIP nicht zuträglich waren.


Dr. Friedrich Fischer * 25-03-1930 - †26-03-1979

Nachdem Friedrich Fischer der Verleger, Mentor und Promotor hinter CHIP nur ein halbes Jahr später am 26 März 1979 für uns alle plötzlich verstorben ist, übernahm Kurt Eckernkamp das Erbe und hat es bis zu seinem Rückzug aus dem aktiven Verlagsgeschäft, wie seinen Augapfel gehütet, gefördert und gepflegt und denen die CHIP voranbringen wollten, immer Gehör und ein großes Maß an Vertrauen geschenkt. Danke!

Die ersten 5 Jahre CHIP & Co waren - wie diese Zusammenstellung zeigt - nicht weniger stürmisch und nicht weniger produktiv als der Markt.



weiter (in einer Rohfassung) auf 1978 - 1983 Vogel Medien

Teil 1: 30 Jahre: CHIP September 1978 - 2008
Teil 2: 30 Jahre: CHIP - die Vorgeschichte (Kurzfassung)
Teil 3: CHIP, CHIP Hurra! (Schluss)

Aller Beiträge zu CHIP auf diesem Blog

siehe auch Google Sites: Vogel Jahre 1978 - 1983

P.S.
Vielleicht versteht der geneigte Leser, wenn ich heute manchmal schmunzeln muss, wenn ich von der brilliante Idee einer Augmentation, Markenspreizung und/oder Marktdurchdringung und -erweiterung lese oder jemanden von dem 'neuen' Gebot der Stunde sprechen höre ...

Tuesday, September 02, 2008

30 Jahre: CHIP (Teil 2) - die Vorgeschichte

Im Sommer 1977 berichtete der damalige Chefredakteur der Würzburger Fachzeitschrift elektronik praxis Henning Wriedt



Henning Wriedt, 1. Chefredakteur CHIP

nach seiner Rückkehr von einer Computermesse (National Computer Conference, Dallas, TX vom 13 - 16 Juni 1977) in den USA begeistert dem Verlagsgeschäftsführer Friedrich Fischer und dem Planungsstab des Vogel Verlags von der neuen Computer-Bewegung, der Existenz von Mikroprozessoren und dem sich entwickelnden Entwicklungstempo in Sachen Mikroelektronik. Dort sammelte sich um die ersten Mikroprozessoren und Computerbausätze eine immer größere Schar von 'Hobbyisten', die sich in Computerclubs zusammenschließen und sich mit der Hardware und Programmierung auseinandersetzen. Bereits über 100.000 standen in privaten Haushalten und werden von mehreren Tausend Computershops bedient, die überall im Land enstanden sind und Hardware, Software und Dienste anbieten.

Erste Computerclub-Nachrichten, dann Clubzeitschriften und Computer Magazine in den Staaten würden begeistert abonniert. Das sollte man frühzeitig journalistisch für den deutschen Markt begleiten.

Auswahl US Computer Magazine 1975 - 1977



Bildquelle: Erik S. Klein Vintage-Computer.com

Die Begeisterung im Verlag war groß, aber mindestens genauso groß waren die Fragezeichen bei den Mitgliedern des Planungsstabs was das denn überhaupt ist, ob sich die Leute hier in Deutschland von so etwas anstecken lassen würden und ob diese Computerhobbyisten-Welle eine Zeitschrift würde ernähren können.

Die Zeichen der Zeit standen damals günstig, der Planungsstab beschäftigte sich intensiv mit 'Techniken der Zukunft' und dem Umfeld im professionellen Bereich und hatte mit Hobbyisten so rein gar nichts am Hut. Doch Henning Wriedt ließ nicht locker und so fuhr ein kleines Erkundigungsteam Joachim Bloos (Stab MR & Marketing), Heinrich Löffler (Marktforschung) und Werner Rittner (Leiter Zentralvertrieb) im Herbst zu einer Hobby & Elektronik Messe in Essen um diese neue und für die Reisenden etwas obskure Welt zu beschnuppern und zu sehen, ob es irgendwelche Anzeichen gab, dass dies für den Fachzeitschriftenverlag Vogel ein publizistisches Thema (für Wachstum und Profit) werden könnte.

So richtig überzeugt war man danach immer noch nicht, erinnert sich Joachim Bloos heute, aber es wurde vereinbart, dass er mit seinem Team eine Marktstudie zu diesem noch nicht konkret fassbaren Leser- und Anzeigenmarkt erstellt. Klar war aber schon, dass eine solche Zeitschrift nicht als Fachzeitschrift im CC & Abo-Vertrieb erfolgreich sein könnte, sondern dass man die Leser in Beruf und Hobby über den Kiosk suchen müsste.

Die Market Research & Marketing Abteilung auf der Suche nach dem überzeugenden Konzept



Von links: Joachim Bloos, Heinrich Löffler, Johanna Beisbart

Die Marktstudie war Anfang des Jahres 1978 fertig und das redaktionelle Grundkonzept stand; den Einzelverkauf über den Zeitschriftenhandel sollte IPV (G+J, heute DPV) sicherstellen und den Abobereich sowie den Vertrieb über den Elektronik- und Computerhandel würde Vogel selbst beackern. Ein großes Fragezeichen blieb: Würde es genügend Anzeigenkunden geben, die in diesen Markt investieren und so - zusammen mit den Lesern / ihren präsumtiven Kunden die finanzielle Basis für eine solche Zeitschrift sichern würden?

Das CHIP Entwicklungsteam mit dem Verlagschef Friedrich Fischer

und der Vorlage für das Titelbild der Erstausgabe CHIP.



Von links: Heinrich Löffler, Joachim Bloos, Henning Wriedt, Hugo E. Martin, Friedrich Fischer, Werner Rittner

Im Frühjahr 1978 fuhren die Beteiligten dann mit großer Mannschaft nach Dortmund zu Hobbytronic 1977 und versuchten herauszufinden, ob die Aussteller, also internationale Händler und Vertriebsagenten, in diesem Bereich auch Werbegelder investieren würden und diskutierten mit einigen Early Birds unser Konzept, die Risiken und die Chancen.

Die Rückkehrer berichteten im Planungsstab von recht unterschiedlichen Eindrücken, doch am Ende gewannen diejenigen die Oberhand, die dieses Wagnis eingehen und für den Erfolg kämpfen wollten.

Für die Markteinführung, Vertriebs- und Anzeigenwerbung fanden wir in einer Münchner Agentur (Apollon) um Ralph M. Schlehofer und Albrecht Hengstenberg die Partner, die das fehlende Know-how bei Vogel Verlag mit viel Erfahrung, großer Begeisterung (und ebenso großer Geduld) ausgleichen konnten.

Das CHIP Planungsteam begutachtet die Werbemittel für Vertrieb und Anzeigen



Der Name der neuen Zeitschrift wurde vom Planungsstab in einem Brainstorming gesucht und nach den Erinnerungen von Joachim Bloos waren dann auf einer Liste mit 20 Begriffen eben auch generische Begriffe wie Mikroprozessor und auf Position 20 - der letzten Position - Wriedt's Antwort (auf die Frage von Joachim Bloos: Was ist denn das Kernstück dieser Technik?) "das ist ein CHIP"



1980, Science Museum
, London

... und wie wir alle wissen, hat sich dieser Name – gegen so manche Widerstände - dann auch durchgesetzt und steht auch noch nach 30 Jahren für eines der führenden Computer Magazine in Deutschland. CHIP.

Teil 1: 30 Jahre: CHIP September 1978 - 2008
Teil 3: 30 Jahre: CHIP, CHIP Hurra! (und Schluss)

Aller Beiträge zu CHIP auf diesem Blog

siehe auch Google Sites: Vogel Jahre 1978 - 1983

Sunday, August 31, 2008

30 Jahre: CHIP September 1978 - 2008

In diesen Tagen habe ich es mir nicht nehmen lassen und reihe mich - nach langer Zeit der Abstinenz - wieder einmal in die (noch immer stattliche) Reihe der pMagazin Käufer CHIP (Verkaufte Auflage 408.575 - IVW 2008-02 ) und CHIP Leser (1,22 Mio. Reichweite MA 2008-1) ein.



Warum? Heute ist der 31. August 2008 und vor genau 30 Jahren ... gab es bei mir folgenden Logbuch Eintrag:

Donnerstag, 31. August 1978

Geschafft. Heute überreichen uns Horst Schornstein (Leiter von Vogel Druck) und Kurt Eckernkamp (Geschäftsführer des Vogel Verlags, u.a. verantwortlich für Vogel Druck, Organisation und EDV), in meinem Büro in Würzburg die ersten druckfrischen Exemplare der Erstausgabe (Charter Edition) der neuen (Mikro-)Computerzeitschrift CHIP.



Die (nachgestellte) Übergabe der ersten druckfrischen Hefte von CHIP

(von links: Heinz Schornstein, Kurt Eckernkamp, Henning Wriedt, Friedrich Fischer, Hugo E. Martin)



Die (nachgestellte) Übergabe der ersten druckfrischen Hefte von CHIP


An diesem Glückwunsch von Kurt Eckernkamp und Horst Schornstein zur Geburt von CHIP sieht man, dass DTP-Programme wie Ventura Publisher und Pagemaker bzw. Präsentationsprogramme wie Freelance und PowerPoint noch nicht verfügbar waren ... Papier, Bleistift, Schreibmaschine, Schere und Klebstoff waren die benötigten Produktionswerkzeuge ... und trotzdem haben sich die Wünsche nach einer steilen Karriere und dauerhaften Erfolg erfüllt.



Teil 2: 30 Jahre CHIP - die Vorgeschichte (Kurzfassung)
Teil 3: 30 Jahre - CHIP, CHIP Hurra! (Schluss)


Aller Beiträge zu CHIP auf diesem Blog

siehe auch Google Sites: Vogel Jahre 1978 - 1983

Wednesday, September 06, 2006

Die Anfänge der Fachpresse in Deutschland

Die American Business Media Association (ABM) läßt im Rahmen der '100' Jahrfeiern

ABM 100 - American Business Media - A Century moving Business Forward

Bill Hogue ein 'Coffee Table Book' über die Geschichte der Business Medien schreiben.

Das wird sicher eine sehr 'amerikanische Business Mediengeschichte' und deshalb habe ich gleich einmal nachgefragt, was denn die Deutsche Fachpresse (im VDZ) über die Anfänge der Fachpresse weiß bzw. in ihren Archiven hat und ich habe für 10 Minuten im Internet recherchiert.

Ernüchtert vom mageren Ergebnis der Internet-Recherche habe ich mich dann an einen ehemaligen, sehr geschätzten Kollegen Gerhard Kase erinnert (der es sicher nicht immer leicht mit mir und meinen 'unkonventionellen' Ideen hatte). Kase war Mitte der 60er Jahre und bis weit in die 80er Jahre als Werbeleiter beim Vogel Verlag tätig, hat sich in den Fachverbänden für die Professionalisierung der Fachwerbung engagiert und war als Redner geschätzt. Nach seiner Pensionierung hat er noch viele Jahre das Archiv des Vogel Verlages geführt und ausgebaut.

Aus dieser Tätigkeit heraus hat er auch in 1991 die Herausgabe der 100 Jahre Schrift Vogel's

Miteinander erfolgreich 1891 - 1991

geleitet und die Anfänge der Fachzeitschriften in Europa wie folgt beschrieben:

"Mit beginnender Neuzeit und ihrer gesteigerten Wirtschaftstätigkeit tritt das Problem, wie man Angebot und Nachfrage besser zusammenbringen könne, mehr und mehr in den Vordergrund. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts berichtet der französische Philosoph Michel Montaigne von der wirtschaftspolitischen Idee einer zentralen Nachrichtenstelle zur Förderung von Handel und Gewerbe. Das ist an sich nichts Neues; was fehlt ist ein Medium, das umfassend, schnell und weiträumig über den Markt informiert.

Aber es soll noch etliche Jahrzehnte dauern, bis Thoephraste Renaudot als Generalkommissar für das Armenwesen in Frankreich mit seinem "Büro D'Adresse" den Gedanken einer Erfassung des Güteraustauschs wieder aufgreift. Dieses Büro wird zum Markstein in der französischen Pressegeschichte, denn hier erscheint 1631 (Anmerkung: es war der 3. Juli 1631) die erste Ausgabe der berühmten "Gazette". Die erste Markzeitschrift, das erste Offertenblatt ist geschaffen.


Source: gallica
Renaudot findet bald Nachahmer. 1637 erscheint in London der "(London) Intelligencer", der wenige Jahre später aufgrund enger Bindungen Hamburger Kaufleute zu den britischen Inseln eine hanseatische Entsprechung findet: Seit 1673 bringt der "Relations-Courier" in seiner Rubrik 'Kaufen und Verkaufen' Orientierung über die Marktlage.

Aber nicht der Hamburger 'Courier' bestimmt in der Folgezeit das Gesicht wirtschaftlich orientierter Medien, sondern die Anfang des 18. Jahrhunderts herausgegebenen "Intelligenz-Blätter", die sich enger an das französische Vorbild halten .... "


Leider hat diese Ausgabe kein Quellenverzeichnis und Gerhard Kase kann ich nicht mehr fragen, er ist am 20. November 2001 im Alter von 82 Jahren verstorben.

Also habe ich weitergekramt und Peter Johanek's "Die Vogel Story" aus dem Jahr 1972 gefunden, in der die Anfänge der Fachpresse noch detaillierter beschrieben sind und die, wie es sich für einen Wissenschaftler gehört, auch mit Anmerkungen und umfangreicher Biographie ausgestattet ist.

Dort wird dann auch der eigentliche Beginn der gewerblichen Fachzeitschriften mit dem Erscheinen des "Börsenblatt des Deutschen Buchhandels" in 1834, als dem ersten Branchenblatt eines einzelnen Berufs- und Industriezweigs, angegeben.

Die rasante Entwicklung der Fachpresse zeigt folgende Statistik zum Bestand an Fachtiteln in D:
(aus Johanek’s Die Vogel Story

Titelanzahl (im Jahre ...)

Jahr 1867: 1140
Jahr 1874: 1855
Jahr 1880: 2727
Jahr 1890: 2994
Jahr 1900: 4820
Jahr 1910: 5861


Die Aufbereitung der Geschichte der Fachzeitschrift (und nicht nur als Auftakt für eine Verlagsstory) wäre eine lohnende Aufgabe, auch hier in Deutschland. Oder?

P.S. 1)
Die Kommentarfunktion des Blogs eignet sich prima für Hinweise, Anmerkungen, usw.


P.S. 2)
Internet Recherche
Viele deutsche Verlage, haben natürlich für ihren Gründer, einen oder erste Zeitschriftentitel, den Verlag einen Blick in die Anfänge im Internet publiziert eine zusammenfassende Darstellung ist mir (bisher noch nicht aufgefallen).

Für die Schweiz macht Martin Stadelmann, macht einen Rundumschlag zur Geschichte der Fachpresse
SFJ - AJS - AGS - Geschichte der Fachpresse

DSpace at Rice University
Early History of Newspaper (PDF)

Monday, May 22, 2006

EPIC Anno 1917: Berliner Morgenpost verliert 75 % [81,6 %] ihrer Abonnenten

Soeben im Familienarchiv gefunden:



Im (oder um das) Jahr 1917 hatte die Berliner Morgenpost noch 400.000 Abonnenten (siehe Foto) ...

Nach der IVW Meldung des erstes Quartal 2006 meldet die Berliner Morgenpost in 2006 (Mo/So) nur noch 96.623 Abonnenten, ein Minus von mehr als 75 %.

Nachtrag: 24. Juli 2013
Im 2. Quartal 2013 hat die Berliner Morgenpost (laut IVW) nur noch 73.402 Abonnenten [inkl. 466 ePaper Exemplare], das entspricht einem Rückgang von 81,65 %. Die Tendenz, weiter negativ ...

Das 1917 im vornehmen Wiener Luxuswäsche Atelier meiner Großmutter Anna Dunst, in Charlottenberg, Wilmersdorferstrasse 117 aufgenommen Foto, zeigt den Claim der Berliner Morgenpost vor knapp 90 Jahren.

Sunday, July 10, 2005

400 Jahre - Und die Zeitung lebt weiter ....

vom 10. Juli - 30 Dezember 2005 im Gutenberg-Museum, Mainz



Danke an Martin Welke!

Öffnungszeiten
Dienstag bis Samstag: 09.00 – 17.00 Uhr
Sonntag: 11.00 – 15.00 Uhr

Der Katalog
wird „zeitungsgemäß“ vor den Augen der Besucher auf einer historischen Zeitungspresse produziert - als 24seitige „Ausstellungszeitung“, damit die Besucher, das gerade erworbene Grundwissen zur Geschichte der Zeitung „schwarz auf weiß“ nach Hause tragen können.


Siehe auch:
Zeitungsgeschichte(n): Jubiläum 400 Jahre Zeitung

Sunday, June 19, 2005

Zeitungsgeschichte(n) II.: Citizen Journalismus im Jahre 1690

Als Benjamin Harris am 25. September 1690 die Erstausgabe von

Publick Occurences, Both Foreign and Domestick

die erste amerikanische Zeitung (dies behauptet jedenfalls meine Quelle) herausbrachte, waren wir schon einmal nahe am Thema Citizen Journalismus, Leser Content und der Basisidee, welche auch hinter den modernen 'Wikis' steht.

Die Zeitung Publick Occurences, Both Foreign and Domestick hat insgesamt 4 Seiten, drei davon waren bedruckt und die vierte Seite sollte für Add-ons, Kommentare und eigene News genutzt werden, bevor das Zeitungexemplar weitergereicht wurde.

Entnommen aus:
Digitizing the News: Innovation in Online Newspapers, von Paplo J. Boczkowski Paplo

Mehr Informationen zum Buch (und Bestellung) bei Amazon.de Amazon.com

Zeitungsgeschichte(n) I.
Jubiläum: 400 Jahre Zeitung

Friday, March 18, 2005

Zeitungsgeschichte(n): Jubiläum 400 Jahre Zeitung

Was Dr. Martin Wilke, ein eifriger Sammler historischer Zeitungen, schon lange wusste und das Exekutive Komitee der WAN (das ist der Weltverband der Zeitschriftenverleger) jetzt offiziell anerkannt hat, die erste gedruckte (bisher bekannte) Zeitung gab es 1605 in Strasbourg (Alsace):

Im Sommer 1605 veröffentlichte ein Johann Carolus sein Zeitung "Relation" erstmals in gedruckter Form, weil ihm das vervielfältigen per Hand zu aufwändig geworden sei. Und weil er sich ausgerechnet hatte, dass er mit einer höheren Auflage auch mehr Geld verdienen könne - gute, alte Zeiten.

Ein Beweisstück ist dieser Brief (entdeckt von Jean Pierre Kintz), in dem Johann Carolus die Stadt Strasbourg um Schutz vor unbefugten Nachdrucken bittet. Also auch dies kein besonders neues Problem!



1605 - 2005. Das bedeutet, dass wir im Sommer den 400. Geburtstag der gedruckten Zeitung feiern und einem hoffentlich gesunden und quirligen Geburtstagskind auch weiterhin viel Glück und Erfolg wünschen können.

Quelle: Weltverband der Zeitung / World Association of Newspapers WAN Newsletter Nr. 29 März 2005

Deutsches Zeitungmuseum "beruhigte" Baustelle

Das Guttenberg Museum mit großen Plänen und Dr. Martin Welke
Related Posts with Thumbnails