Dienstag, März 01, 2005

Die Süddeutsche Zeitung geht neue Wege

Heute Morgen flatterte mir ein Abowerbe-/MAFO-Einladungsschreiben der SZ in mein Postfach. Dort steht mit Absender SZ/ BAW man will mir eine Vergütung in Höhe von 100 € zahlen, wenn ich an einer von der SZ beauftragten Marktstudie teilnehme.

Soweit, so gut! Wer würde nicht gerne einer guten Zeitung helfen, noch besser zu werden – auch wenn das Honorar nicht gerade üppig ist.

Durchgeführt würde die Marktstudie von der „renommierten und unabhängigen Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing (BAW)“ – die ich, wegen ihrer praxisorientierten Ausbildung übrigens, sehr schätze – denn, „die Süddeutsche Zeitung geht neue Wege und wird sich noch dichter am Leser orientieren“. Die Abowerbung für die SZ mit MAFO-Anstrich unterschreibt der Akademie Direktor Dr. Matthias Lung, der auf dem Fragebogen noch einmal die Unabhängigkeit der Untersuchung betont!

Erst überkommt mich die Freude für soviel Aufbruchsstimmung bei der SZ. Doch dann bleibt nur noch Unverständnis über die plumpe Anmache und Umsetzung.

Der erste Fragebogen der Marktstudie wird auch gleich mitgeliefert. Es gibt 8 Fragen, ziemlich unstrukturiert und kaum abgesichert z.B.

- Wie man die Struktur, Inhalt und Aufmachung findet
- Ob man gerne nur einzelne Teile der SZ abonnieren würde
- Wie man die SZ in Gegensatzpaaren charakterisieren würde
- Ob man sonst noch gerne etwas zur Süddeutschen Zeitung loswerden will?

Nun ja, sei's drum, vielleicht hilft es ja und wer will sich schon 100 € durch die Lappen gehen lassen. Doch schade, es dürfen nur diejenigen an dieser für die Zukunft der SZ wichtigen Marktstudie teilnehmen, die die SZ bisher her nicht oder in den letzten 3 Monaten nicht regelmäßig bezogen haben.

D.h. für die treuen Leser, wird wahrscheinlich an einer zweiten Marktforschungsstudie gestrickt und dort gibt es dann statt 100 € vielleicht 250 €!?

Und als kleine Gegenleistung für die 100 € Honorar soll man, muss man für (mind.) 12 Monate (Negativoption) ein SZ-Abo abschließen und nicht nur den mitgelieferten, sondern regelmäßig (ist das täglich, wöchentlich, monatlich, oder?) einen Fragebogen ausfüllt.

Schade, ich würde gerne am zukünftigen Erfolg der SZ mitverdienen, aber mit diesen Angaben lässt sich mein (beinahe) Honorar für „das Ausfüllen“ von x Fragebögen nicht berechnen ...

Für alle die nicht regelmäßig für Ihr Abo arbeiten wollen, hier gibt’s die Prämien (quasi) umsonst und direkt von der SZ



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