Freitag, Mai 06, 2005

Lokale Community Plattform - oder Lokales Käsblatt ohne Chance?

Unter der Überschrift "Unser lokales Käseblatt" berichtet Nico Lumma auf Lummaland (via A VC) von zwei weiteren Projekten vor, die für lokale News sorgen wollen: Backfence und Greensboro 101 und "bedauert" das diese Initiativen wohl keine Chancen hätten. Ich sehe das ein wenig anders!

Es geht bei diesen und anderen Ansätzen ja nicht um ein "lokales Käs'blatt" sondern um "Community Hosting - Community Connect" - eine offene Plattform, die die Community unterstützt mit Werkzeugen für News, Interaktion, Aktionen, Transaktionen, usw.

Trotz Globalisierung findet "private" Community vorwiegend im Kitz, im Dorf oder auch am Gartenzaun statt. Was den meisten Ansätzen fehlt, ist die Simplizität einer "Craigslist" in ihren Anfängen und den (wenn denn so umgesetzt wird) professionellen Helfern / Dienstleistern mit der Pegasus News seinen Dienst ausstatten will. Auch fehlt es an simplen Netzwerk und Community Connect Tools. Citizen und Personal Publishing und Sharing sind eben nur ein Teil der Veranstaltung.

Warum meiner Meinung nach Local News & Community Life Projekte "gekonnt umgesetzt" auch bei uns funktionieren können? Weil ein wesentlicher Teil dessen was dort passiert nicht in Geld (sondern im Tausch, als freiwilliger Beitrag, usw.) abgegolten wird und weil es Töpfe gibt aus den sich die bedienen können, die etwas für die Community leisten wollen bzw. für Community Projekte Sponsoren gesucht und gefunden werden können. Nicht aufwändig organisiert und verwaltet, sondern transparent, unter dem wachsamen Auge eine sozio-normativen Kontrolle einer Community, in der sich jeder kennt und ein jeder irgendwann einmal auch auf die anderen Mitglieder angewiesen ist.

Was Lumma's Zweifel wegen einer Anzeigenfinanzierung in deutschen Landen angeht, auch das sehe ich anders. Die Anzeigenaufkommen in den "lokalen" Anzeigenblättern steigen, auch die "20 Cent" Blätter sind im Wesentlichen werbefinanziert. D.h. die Lokalpresse und/oder Zeitungsverleger die ihren Job auch in Zukunft (und zu den veränderten Bedingungen) leisten (und damit Geld verdienen) wollen, sind jetzt an der Reihe!

Und wenn die deutschen Zeitungsverlage (anderswo tut sich da schon einiges) nicht in die Gänge kommen, werden andere Player in die "Bedarfslücke" springen und für viel Freizeit in den Verlagshäusern sorgen.