Dienstag, Mai 24, 2005

Verhaltensregel für die Trennung von Staat und Kirche

In der Mai Ausgabe des jaeckel-reports steht ein bemerkenswerter Beitrag von Dirk Labusch, (Chefredakteur bei Haufe) in dem dieser beschreibt, wie er die Einflussnahme des Anzeigenbusiness auf die Redaktion sieht und welches Verhalten, welchen "Code of Conduct" für Journalisten und Redaktionen er für angemessen und richtig hält.

Leider hat der von mir geschätzte jaeckel-report, wie viele Fachmagazine seiner Kunden, noch keine Kommentarfunktion, keine Diskussionsforen und viel zu selten, veröffentlichte Leserbriefe ...

Im Beitrag "Rigoroses Nein wäre ungeschickt" stehen bemerkenswerte Sätze wie die folgenden - natürlich jeweils aus dem Zusammenhang gerissen - über die es sich nach meiner Meinung lohnen würde, heftig zu streiten - dazu lade ich sie gerne (auch hier) ein!

Eine Auswahl:

"Ich schaute mir diese Geschenke mit unverhohlenem Ekel im Gesicht an ..."

"Wie weit darf ich als Journalist gehen ..."

"Kein mir bekannter Kollege schmeißt die Flasche, die er zu Weinachten bekommt, so einfach weg. Allerdings merkt sich auch keiner den Absender."

"Wir leben in Zeiten, in denen selbst ... gezwungen sind, in irgendeiner Form auf die Wünsche der Anzeigenabteilung einzugehen."

"In Zeiten, in denen immer mehr einst seriöse Fachmagazine bezahlte PR abdrucken und sogar Journalisten Agenturen drohen, über ein bestimmtes Unternehmen nur dann positiv zu berichten, wenn es Anzeigen schaltet."

"Ein Teil der Realität ist, dem Unternehmen zu gestatten, hin und wieder einmal eine Meldung von ihm ins Heft zu stellen."

"Realität ist, an einem Unternehmen ... nicht einfach vorbei zu gehen ... Das muss behutsam gehen und darf höchstens alle zwei Jahre vorkommen ..."

"Wenn die Redaktion positiv über einen Anzeigenkunden berichtet, könnte dies ein zu starkes G'schmäckle kriegen ..."

"Jeder Redakteur ist in allererster Line seinem Leser verpflichtet ...."

"Die Verteufelung einer pragmatischen Zusammenarbeit ... hört sich wunderbar an. Sie mag vielleicht für Boomzeiten Berechtigung haben. Ich meine, für Krisenzeiten kann sie nicht gelten."



Welche Sätze gefallen Ihnen besonders? Welche überhaupt nicht? Welchen Aussagen stimmen Sie zu? Welche lehnen sie ab? Welche sind einfach nur voll daneben?

DISKUTIEREN und STREITEN SIE ... wir schulden unser Leserkunden, Anzeigenkunden und dem wirtschaftlichen Träger einen akzeptierten und transparenten Code of Conduct!

P.S.
Natürlich habe ich nur die Aussagen herausgepickt, denen ich gerne heftig widersprechen würde und die ich so - weder den Kollegen Redakteuren, noch dem Anzeigenverkauf, noch dem Anzeigenkunde und schon gar nicht den Lesern meines Magazins - anbieten würde.

P.S.
Den jaeckel-report von Ralf Jaeckel kann man auch abonnieren - auch wenn der Weg dahin nicht ganz einfach ist ... Ralf Jaeckel hat keine Website und bei Amazon.de steht nur "Momentan führt keiner der Anbieter diese Zeitschrift in seinem Programm"