Dienstag, Juni 07, 2005

Search in B2B wichtiger als Printwerbung?

Die Veröffentlichung der neuen B2B Studie Search vs. Print, hat bereits in den ersten Tagen ein großes Echo und viele Kommentare und Einordnungen erhalten. Google und Co wird das freuen.

Die meisten Kommentatoren haben die Studie selbst noch gar nicht gesehen, schreiben aber schon munter drauf los, je nach Standpunkt als Sachwalter für den Print-Standpunkt oder als Totengräber. Auch ich habe die Studie noch nicht selbst studieren können und deshalb auf zwei Beiträge hingewiesen, die einen Einblick in die Ergebnisse geben:

von Search Engine Lowdown mit Herkunft Search
in Adweek mit Herkunft klassische Werbung.

Paul machte mich auf einen Eintrag von Rex Hammock auf ABM's MediaPlace zu dieser Studie aufmerksam. Dort ein Statement (mit Absenderkennzeichnung) mit Unbestrittenem z.B. "Print PLUS Search is the way business-to-business marketers should be thinking" (HEM: and publishers too!), ist aus meiner Sicht insgesamt jedoch eher ein Eiertanz ...

- Google macht ja eigentlich keine Angebote für B2B
- Google überweist uns zwar regelmäßig Geld - aber die Höhe raubt uns nicht den Schlaf
- Google ist auch ABM Member, usw.

der an der wirklichen "Botschaft", dem "Nutzen" der Studie nicht ankommt, nicht fest macht und nicht positiv für Fortschritte im eigenen Angebot genutzt oder zumindest in Erwägung gezogen wird.

B2B / Fachmedien sollten in diesem frühen Stadium, die Ergebnisse besser daraufhin abklopfen, wie sie ihr Angebot optimieren und inszenieren können, um den Bedarf und die Wünsche von B2B sachgerechter zu bedienen und um weiterhin die "erste Geige" zu spielen.

Klar ist doch,
1. dass solche Ergebnisse für Google und die Akquisebemühungen von Google im B2B Bereich nützlich sind, davon kann man ausgehen

2. dass die B2B Medien die Ergebnisse erst einmal nicht erfreut und die Befürworter sogleich Gegen- und Verteidigungspositionen aufsuchen, ist nicht verwunderlich

3. dass B2B Anwendern sich ihr Verhalten im Informations- und Kaufprozess weder von dieser, noch von einer anderen Studie vorschreiben lassen - es sei als Re-Konfirmation

Wenn die Studie, dass Informationsverhalten im Bereich B2B - den Leser / Nutzern von Fachzeitschriften und Suchmaschinen untersucht - dann könnten und sollten die Ergebnisse helfen, ein wenig mehr davon zu verstehen, wie B2B Klientel arbeitet. Könnte / sollte Anlass sein, Angebote an dies veränderte Prozesse anzupassen.

Selbst wenn sich herausstellt, dass die Ergebnisse der Studie nicht so solide und eingefärbt sind, dann kann man immerhin die Fragestellung übernehmen:

Wie sourcen und informieren sich die Mitglieder des "Buying Centers" im Laufe Informations- und Kaufprozess?

Was bedeutet das für Anbieter, den Dialog zwischen Nachfrage und Anbieter und wie kann z.B. der Fachverlag die beste, nützliche und "unverzichtbare" Gesamtlösung anbieten bzw. organisieren.

Wenn sich Fachverlage über diese Entwicklungen Gedanken machen und Lösungspakete anbieten, dann war diese Studie für B2B Medien erfolgreich und nützlich. Dann gibt es für Fachverlage auch wieder ein Stück mehr aus dem Marketingbudget der Anbieter und dem "Lesebudget" (bzw. Nutzungsbudget) der Nachfrager aus Überzeugung!