Montag, Juni 26, 2006

Das vertikal-integrierte Verlagsgeschäftsmodell hat ausgedient

Fred Wilson hat sich Gedanken zu den Zerfallserscheinungen des vertikal integrierten Verlagsmodells, die mit oder auch ohne das Zutun der Verlage im Gange sind. Einige seiner Thesen:

- Mitteilungen, Inhalte entstehen mehr und mehr unabhängig und außerhalb / getrennt von den Redaktionen

- Inhaltsgenerierung und Inhaltsdistribution fallen auseinander

- die Distribution erfolgt via IP

- Der Anzeigenverkauf erfolgt getrennt von Verlag, Herstellung und Distribution

Zur letzten These:
Die Anzeigenumsaetze im Bereich Internet (aber auch Mobil) werden nicht mehr wesentlich von den Verlagen und den traditionellen Erfuellungsgehilfen generiert - ein Blick auf Deutschland

Nach den Angaben des Online-Vermarkterkreises im BVDW werden sich die Onlinewerbeumsaetze fuer 2006 in etwas so aufteilen:

- 700 Mio. Euro fuer 'klassische' Onlinewerbung (plus 31% zum Vorjahr) - ein Grossteil dieses Umsatzes wird durch Vermarkter-Netzwerke generiert

- 440 Mio. Euro fuer Suchwort-Vermarktung (plus 80 %) - fast ausschliesslich ausserhalb der Verlagsvermarktungskette

- 155 Mio. Euro fuer Affiliate/Semiprof. Marketing (plus 48%) - ein Grossteil ausserhalb des Einflussbereiches der Verlage

Grosszuegig geschaetzt (fuer Deutschland) werden 2006 nur noch max. 15 - 25 % der Werbeumsaetze durch die Verlage selbst generiert. Zeit sich Gedanken zu machen!

(Zum Vergleich: Die Anzeigenumsaetze der deutschen Fachpresse 2005: 903 Mio. Euro, brutto)

Disaggregated Media by Fred Wilson Teil 2: The Rise of Ad Networks


Früherer Eintrag:
OVK bessert nach: 885 Mio. Onlinewerbung fuer 2005