Freitag, März 09, 2007

Weblogs und Journalismus: Konkurrenz, Ergänzung oder Integration?

In Media Perspektive Ausgabe 2/2007 (ARD) Seite 96 - 112 veröffentlichen Christoph Neuberger, Christian Nuernbergk und Melanie Rischke eine Forschungssynopse zum Wandel der Öffentlichkeit im Internet

Aus dem Wording der Autoren zeigt sich für mich, dass sie ein distanziert-zwiespältiges Verhältnis zum Thema haben (Beispiel 1: Web 2.0: Laien (journalistische?) können Kommunikatoren werden - als wenn Kommunikation bisher eine exklusive Domaine von Journalisten gewesen sei; Beispiel 2: Weblogs und Journalismus: Konkurrenz, Ergänzung oder Integration? Wer kommt auf die kranke Idee 500.000 plus Weblogs könnte / sollte man mit Journalismus integrieren? Weblogs würden sich als "Ergänzung" zum Journalismus verstehen ...). Trotzdem lesenswert, gute Zusammenstellung der verfügbaren Forschungsvorhaben.

Zitate aus der Newsmeldung:
"Wieso werden Weblogs gelesen? Erste Forschungsergebnisse sehen wichtige Gründe in der Exklusivität von Informationen, der "besseren" Perspektive, der größeren Ehrlichkeit und der klar erkennbaren Meinung in Blogs. Während einige nicht-repräsentative Studien eine hohe Glaubwürdigkeit der Weblogs ermittelten, belegen repräsentative Befragungen eine höhere Glaubwürdigkeit des professionellen Journalismus."

"Wie nutzen Journalisten Weblogs? Eine in diesem Beitrag erstmals veröffentlichte Befragung der Autoren unter den Leitern deutscher Nachrichtenredaktionen sieht Weblogs überwiegend in Komplementärrollen: Sie werden als Quellen eingestuft, "die der Journalismus nutzen kann" und als Orte gesehen, an denen "die Kommunikation des Publikums über die Berichterstattung der Massenmedien stattfindet". Der Befragung zufolge nutzt die Mehrheit der Nachrichtenredaktionen Weblogs bisher nicht. Werden sie jedoch genutzt, dann vor allem zur Inspiration für neue Themen oder um über das Phänomen Blogs selbst zu berichten. Fakten würden 45 Prozent niemals aus Weblogs recherchieren, ein Drittel tut dies jedoch häufig, wobei rechercheschwache Redaktionen Weblogs intensiver nutzen."

Der Beitrag (PDF)