Sonntag, Juni 10, 2007

Journalismus und die Einschränkung der Pressefreiheit in der Mitte und dem Osten Europas

Die nr-Pressemitteilung und eine Studie, die bereits in den Überschriften ein erstes "mangelhaft" zu den geografischen Gegebenheiten Europas verdient. Wo ist denn die (geografische) Mitte Europas?

Warum nutzen Journalisten heute noch den, eine (von uns bestimmte) Richtung vorgebenden Begriff, der "Transformationsländern"? Obwohl wir inzwischen spüren, dass wir es sind, die mit der "Transformation" in ein neues Europa, die größten Anlaufschwierigkeiten haben?

Ich wünschte mir wirklich, wir würden diesen Begriff "Osteuropa" aus der Zeit des Kalten Kriegs aufgeben, wenn wir unseres 'östlichen Nachbarn meinen ...


Quelle: bilateral.info

und anerkennen, dass es ein Europa gibt und wenn wir es geografisch aufteilen wollen, dann in ein West-, Mittel- und Osteuropa (und gerne auch Nord- und Südeuropa in allen Kombinationen). Auch die in der Studie verwendete Bezeichnung "Mittelost" (statt Mitteleuropa) ist eine Reflexion aus einer westeuropäischen Sicht (der 80er Jahre).

Mitteleuropa im 21. Jahrhundert könnte man diese Länder zuordnen

Quelle: Wikipedia

und Südosteuropa (im 21. Jahrhundert) diese Länder

Quelle: Wikipedia

Doch nun zur Studie

Die 118-seitige Studie, für die Simone Schlindwein verantwortlich zeichnet, soll "nach Einschätzung der Herausgeber" eine grundlegende Reflexion der westeuropäischen Sichtweise auf Osteuropa fördern - (und gängige Klischees abbauen helfen). Im Hauptteil (nach Seiten) beleuchtet detailliert die Situation der Medien in zehn wichtigen Transformationsländern, unter besonderer Berücksichtigung von Russland und Polen und geht dann mit Empfehlungen für Politik und Medien zu Ende.

Die Studie „Zwischen Propaganda und Kommerz – Medien(un)freiheit in Südost-, Mittelost und Südeuropa“ ist kostenlos auf netzwerkrecherche.de abrufbar.

Diese Studie dient (auch) der inhaltlichen Vorbereitung für die nr- Jahreskonferenz 15. - 16. Juni in Hamburg und wird die Diskussion unter den Teilnehmern sicher fördern.


Hinweis:
Zur Zeit findet auf Krusenstein.ch der 1. Blog-Carnival Russische Medien statt - vielleicht kann eine(r) der ExpertInnen noch etwas dazu beitragen