Donnerstag, Dezember 06, 2007

Die Mathematik und die eBook-Ökonomie

Tim O'Rielly hat mal wieder einen Beitrag geschrieben, der für Enthusiasten, Realisten und Skeptiker von eBooks gleichermaßen lesenswert ist. Tim O'Rielly selbst erfolgreicher Buchverleger, beschreibt die Chancen, die Einschränkungen und die Risiken des Geschäfts mit digitalen Büchern.

Er baut seinen Beitrag 'Bad math Among eBooks Enthusiasts' als Replik auf Marie Campbell (MarketIntellNow) auf, die basierend auf eine Internetumfrage (rapid, low cost market research) mit der folgender Empfehlung zitiert wird "Lower e-book prices, not gizmos like the Amazon Kindle, will be the big spur for book sales."

Aber so könnte, so muss man fragen, warum sollten - und in welcher Preis-/Mengenfunktion - die Leute mehr lesen (und mehr Bücher kaufen), wenn der Preis der Bücher fällt?

Verleger der mich kennen, wissen, dass ich immer dagegen plädiert habe, Preise für eBook "wider die Vernunft" der präsumtiven Buchkäufer anzusetzen. Auf der anderen Seite müssen die Preise auch für den produzierenden Buchhandel "vernünftig" sein und neben den Gestehungs- und Handlingkosten einen "vernünftigen Profit" für Verlag und Autoren einkalkulieren.

Doch zurück zu Tim, der unter anderem auch berichtet er, dass für seinen Verlag, der eBook-Reseller Safari (eine Beteiligung von O'Reilly) nach Amazon.com und Barnes & Noble inzwischen auf Platz 3 seiner größten Distributoren steht. Sein Schlussstatement lautet:

“My advice to publishers and authors is this: figure out what it costs to produce what you sell, estimate what kind of volume you'll be able to achieve using the best available data, and then set your prices at a level that will deliver a reasonable profit from your efforts. Sound familiar? That's what you do in business today. Don't expect any suspension of the law of gravity. Leave that to the subprime folks, who followed on the heels of the dotcommers in coming up with new math that ultimately didn't make any sense."

Zum Beitrag auf O'Reilly radar

Auf diesen Beitrag hat mich unser Kollege Rex Hammock hingewiesen, der seit über 7 Jahren auf seinem rexblog.com über Magazin-, New Media- und Marketing schreibt.