Dienstag, Januar 22, 2008

Wal-Mart wirft 1.000 Magazine aus dem Verkauf

Hierzulande wollen Verleger ihre Verkaufsstellen in Supermärkten und Ladenketten weiter auf- und ausbauen. Für viel- und schnelldrehende Angebote sicher ein geeigneter Ort um das Klientel dort anzusprechen, wo es einkauft. Bei nicht wirtschaftlichen Abverkaufsmengen und mangenden Zuzahlungen, kann dieser Kanal aber auch schnell wieder verschlossen sein.

Und was passiert, wenn sich die Zeitschriftenkäufer an die Convenience-Verkaufsstellen gewöhnen hat und Titel, die dort nicht (oder nicht mehr) im Angebot sind, auch nicht mehr nachzufragen?

Der Presse-Grosso wirbt mit dem Slogan "Garant für Pressefreiheit und Pressevielfalt", er bedient (Stand: KW 39/2007) 119.232 Verkaufsstellen in Deutschland. Aus der EHASTRA 2006 (PDF) ergibt sich folgende Verteilung der Umsatzgrößen, pro Woche, pro Verkaufstelle (zu den Abgabepreisen des Grosso's):



Was können die Beteiligten tun, wenn die Umsätze am POS jede Relevanz für das Business verlieren und die "Wirtschaftlichkeit" des Einzelverkaufs für den vertreibenden Zeitschriftenhandel flöten geht?

In USA hat jetzt Wal-Mart, die etwa 20 % des Einzelverkauf in USA repräsentieren, Knall auf Fall 1000 Magazine aus den Verkaufsregalen geworfen, darunter Magazine wie Forbes, Fortune, BusinessWeek und Fanity Fair.

Peter Kafka schreibt dazu auf Silicon Alley Insider:

"The world's biggest retailer is pulling Conde Nast's pub, and more than 1,000 other mags, off its shelves. Some of these are small fry mags you've never heard of, but there are some big mass market titles here as well - notably the big three business mags: Forbes, Fortune (TWX), BusinessWeek (MHP).

No official word from Wal-Mart about the reasoning behind the move, but we don't need one. Wal-Mart is ruthless about maximizing every inch of its floorspace, and it's clearly decided that it's only worth keeping a handful of magazine titles on its racks ..." more