Freitag, Februar 15, 2008

PR und Werbetreibende verzichten auf die Dienste der 'Presse'

Brian Solis schreibt auf PR 2.0 "Wire Services Bypass Bloggers and Journalists" und zeigt auf, dass Pressedienste schon lange keine Dienste vorwiegend für die Presse sind, sondern ihre eigene Relevanz im Netz gefunden und gefestigt haben.

Wir sehen das alltäglich z.b. bei der Suche im Netz mit Google, dass Pressemitteilungen direkt gefunden werden, genauso wie bei Yahoo! Business, Google News und Anderen. Brian zeigt die gewachsene Bedeutung auch anhand des Techmeme Leaderboards in denen BusinessWire (jetzt auf Platz 30) und PRNewswire (jetzt auf Platz 70) konstant einen Platz unter den Top 100 einnehmen.

Dies ist keine Entwicklung der letzten Monate und für die Nutzer dieses Blogs keine Überraschung. Die Todsager (und Todwünscher) der Pressemitteilung habe die geänderte und gewachsene Bedeutung des Instruments nicht realisiert (oder wollen sie nicht wahrhaben).

Am Beispiel eines unserer Verlagskunden:
Alle Pressemitteilungen findet Jedermann (oder Frau) via Suche (Google, Yahoo, etc.) im Netz, stolz melden die Pressedienst übers Jahr Zugriffe von 25.000, 50.000 oder auch Mal 100.000 oder 200.00 ...

Die reine Übernahme der Pressenotiz in Zeitungen und Zeitschriften, bringt kurzzeitig eine Spitze bei den Zugriffen im dreistelligen Bereich und Bestellungen (im zweistelligen Bereich). Vorallem Besprechungen in der FAZ, SZ, NZZ, Special Interest Magazinen, TV und Radioprogrammen und die eigenen Aktivitäten im Netz (u.a. Website, Blog) sichern den wirtschaftliche Erfolg der Buch und Videoproduktionen.

Was sowohl von Auftraggebern als auch den Pressedienst nicht ausreichend berücksichtigt wird, ist die Gefühlslage der 'Journalisten' (und Autoren) und deren Ansprüche und Bedürfnisse.

- Wie würden sie sich fühlen, wenn ihnen Unternehmen und Organisationen Pressemitteilung immer ein paar Tage (oder Stunden) später schicken, nachdem sie zum ersten Mal darüber im Internet gelesen haben? ---> Papierkorb und Schwarze Liste, na klar!

- Wie fühlen sie sich, wenn sie 1:1 die gleiche Pressemitteilung bekommen, wie sie (zeitgleich) im Netz für jedermann platziert ist? Erkennbar nicht für sie geschrieben, ohne Anschreiben, ohne zusätzliche Ressourcen, Media, Kontakte, weiterführende Links, etc.

Eine Pressemitteilung für alle, geht nicht ...

Und für die 'Werbeträger /Medien' noch eine zweite 'bemerkenswerte' Tatsache - für viele eine schlechte Nachricht - für einige der Ansporn sich neu zu erfinden:

Auch Werbebotschaften werden mehr und mehr den Interessenten, Nutzer und Käufer direkt erreichen! Warum sollte ein Unternehmen dafür bezahlen, das User sich auf Medien-Webseiten tummeln, statt auf ihren eigenen Websites? Siehe auch 'Marken-Websites überholen die Media- Websites in denen sie (noch) werben (4-Dez-2006)

Es wird Zeit, dass Medienverantwortlich sich ernsthaft Gedanken machen und einen Geschäftsplan entwickeln, wie sie das 'Inventar' ihrer Kunden nutzen und bereichern können, dort Werte schaffen können!

Der Ad-Trend ist 'unaufhaltsam'. Die Medien und Medienagenturen verlieren Werbegelder die Steuerungsmöglichkeiten an die Vermarkter und Werbegelder an Google & Co. Google & Co verlieren Steuerungsmöglichkeiten und Werbegelder an ISPs und ISPs werden zum technischen Dienstleister für Markensites und die Werbegelder werden direkt vom Werbetreibenden eingesetzt (und bevorzugt auf seinen Properties und denen seines Beziehungsumfelds).

Frühere Einträge:
The Coming Ad Revolution

A Chronicle of the Social Media News Release (so far)



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