Freitag, Februar 22, 2008

Rettet der Relaunch von Tomorrow die Welt

oder das Magazin Tomorrow?

O.k., ich weiss (noch) nicht mehr als Jan Tißler (in eigener Sache) auf Upload mitteilt und wer weiss ist, vielleicht ist der Titel "Wie das Web die Welt rettet " nur ein Ausrutscher der Redaktion?!



Ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass die neue Tomorrow sich als neue Leser- und Anzeigenwahrnehmer die ausgeguckt hat, die vom Internet die Rettung der Welt erhoffen und/oder befürchten und sich darüber im Magazin regelmäßig informieren bzw. in ihrer Hoffnung / Befürchtung bestätigen lassen möchten. Oder?

Thomas Lückerath klingt begeistert

O.k. Jan, einen Kioskkäufer - für das erste Heft - habe Sie gewonnen ...

Tomorrow - heute

Am Kiosk

Die Titelseite

Erinnert mich eher an vorgestern als an heute oder gar morgen - grottig unterperformt - o.k. Rot ist eine Signalfarbe, aber diese Gestaltung, das Layout der Titelseite

Themenverkauf auf der Titelseite - Wen hatte sich die Redaktion als geneigter Leser vorgestellt? ausgeguckt?
Das Titelthema 'Wie das Web die Welt rettet' transportiert so ganz und gar nicht den Slogan: Enjoy digital life – mit TOMORROW! Damit macht Technik Spaß ... nicht, dass das Thema keinen Platz in Tomorrow finden sollte, aber eher als Guide, Aktion, Livebericht, ... im Bild ein Notebook auf einer Eisscholle, dafür kann ich mich nicht 'erwärmen'

Auch zusammen mit den anderen 3 Themen, die es auf den Titel geschafft haben
- Mr. Wikipedia - Gegen Google (überlagert durch Testen für 1 Euro)
- Urlaub 2.0 - die besten Adressen (teilweise überlagert durch Testen für 1 Euro)
- MP3 Handys - iPod vs. Musiktelefone

habe ich nicht das dringende Bedürfnis, muss ich haben. Das Inhaltsverzeichnis habe ich mir geschenkt, kostet ja nur einen Euro (und max. 30 Minuten meiner Zeit) :

Zuhause

Statt-Editorial

bruckmeier&christansen - ein ausbaufähiges Format, warum es allerdings noch vor dem Inhalt platziert wird und warum der Layouter die Namen der Kontrahenten jeweils 10 mal wichtiger nimmt, als das was die beiden sagen, man weiß es nicht

Der Inhalt - März 2008
Wüste mit Strukturelementen, Krampfhafte 5 T's, hier muss man ja lesen um zu entdecken, was interessierten könnte, Sprungfixe führen zu den 5 T's und zu schwach getitelten Headings

- Mann mit Mission, wie? Ah ja, gehört nach der Seitenzahl wohl zum Titelthema
- Die besten Reise-Links ... o.k. ich habe in meinem Leben noch keine Pauschalreise gebucht, auch Kreuzfahrer klingt nicht unbedingt Digital Life Genießers; vielleicht werde ich später einmal schauen, ob die Redaktion was kennt, was ich noch nicht kenne, aber vielleicht brauchen könnte
Tipp an die Redaktion: gebt Link-Tipps eine zweit Chance!
- Web macht mobil, lässt mich erst einmal nicht ans Auto denken
- Und die CES Trends wurden nicht im März '08 sondern im Januar gestrickt

Countdown - Erholungszeit
Muss ja sein, nach jedem Höhepunkt ...

Hinweis für die Redaktion: Vielleicht machen Sie sich die Mühe und liefern (und zählen) www.tomorrow.de/urls - auch der Mix zwischen real und tiny ist zwar erklärt aber, wenn schon, dann schon

Countdown 7 Produkte Highlights
Neben den Highlights gab es doch sicher auch 2. und 3. platzierte ...

Countdown 5 Bookmarks
dito

Zur Titelstory
Es ist also nicht das Web, welches die Welt rettet, sondern Menschen, die das (ziemlich) doofe Web nutzen um ihre Stimme und/ Engagement zum Klimawandel versuchen hörbar zu machen, mache aus Überzeugung und manche, weil es gerade in ist. So sehr ich versuche mir das Prinzip der Nachhaltigkeit immer wieder vor Augen zu führen, so sehr bin ich versucht, die Frage nach dem "bösen" Internet und dem "Bösen" auf der Welt mit der Abschaffung des Internet und der Abschaffung der Menschen auf dieser Welt zu (end-)lösen.

Eine Titelgeschichte in Tomorrow würde ich mit einem Mix aus journalistischen Formaten wünschen. Und natürlich mit cross-medialen Übergang zur Website mit multimedialen Elementen. Hier wird alles "nur" aufgereiht. Erst ein informativer Lesebeitrag, einige kleinformatige Fotos, dann eine Grafik, ein paar Links,
ein Interview (bei dem die Fragen wieder bold'er sind als die Antworten), drei Ökoportale und eine Kochshow Anzeige. Wo bleibt die Ökobilanz von Tomorrow? print und online? Wo die praktischen Tipps für das Digitale Leben?

und noch bevor es erotisch wird habe ich auf Seite 27 (von 132) trotz guten Vorsatzes entschieden, dass ist wohl nicht mein Magazin, mit dessen Hilfe ich mein digitales erleben steigern kann und will (und deshalb enden die Notizen hier).

Für einen Euro können sich wohl alle Interessierten das Heft selbst kaufen und auf den möglichen Nutzen für ihr digitales Leben beurteilen und eine Entscheidung über Abo, Gelegenheitskauf oder Nichtkauf treffen.

So, wird es wohl nix mit den 100.000 Heftkäufern zum regulären Preis von 2,50 Euro.

Nachtrag:
Nun habe ich heute mein Entspannungs- und Wohlfühlbad doch genutzt um die restlichen Seiten der Relaunch-Ausgabe von Tomorrow durchzublättern. Und, nun kann ich die Lobeshymnen auf 'einen rundum gelungenen Relaunch' noch weniger verstehen. Sorry.

Ja es gibt auf den Seiten 26ff viel Themenansätze und Beiträge (aus denen man oft mehr und nützlicheres hätte machen können). Für mich jedenfalls kommt es eher als Aufarbeitung der Vergangenheit statt einer Begleitung in der Gegenwart und auf der Schwelle ins Tomorrow rüber. Eine Vernetzung mit eigenen Internet - und Smart Phone-Angeboten findet nicht statt, mit den Dritter auch nicht. Jeder Link (ein Mix aus real und tiny URLs schickt die Leser weg und die Diskussion mit der Redaktion soll via eMail geführt werden und ein Austausch unter den Lesern/Nutzern muss anderswo stattfinden.

Nun kann man verstehen, dass jeder seine Themen nach besten Können angepackt und aufbereitet und dass zu wenig Zeit blieb um das Gesamtangebot zu optimieren, o.k. dafür gibt es ja auch noch weitere Ausgaben ... was aber unverzeihbar und kaum wieder heile zu machen ist, dass die erste Ausgabe das neue Profil, den Lesernutzen und die Programmatik meines Erachtens nicht vermitteln kann. Wie auf dem Titel und stehen Internet, Technik und Menschen irgendwie nebeneinander und das Wir- und Uns-Gefühl kommt nicht so richtig auf.

Es gäbe noch viel zu sagen:
z.B. Im Anreißer mischt Jimmy Wales den Suchmaschinenmarkt auf und im Betrag sagt Jimmy er macht es weil es Spaß macht und weil ihm bei den kommerziellen Angeboten und Google etwas fehlt

z.B. Copy & Paste - ganz neu ;-) waren mir die gelisteten Sites nicht und von einem Special Interest (und Service) Titel würde ich erwarte, dass der Autor (warum zeigen die eigentlich kein Profil und Bild, sondern stehen Magazin 0.9 gleich nur im Impressum?) mir sagt, vergesst das Original, die deutsche Copy ist tausend mal besser oder aber den Rat gibt, lernt Englisch!

z.B. warum wohl Kunst im Internet noch ungleicher Kunst ist als außerhalb des Internets

z.B. Was steht hinter der Frage „Warum die Blogs das Internet verstopfen“ (ich dachte immer das seien Downloads und Videodateien) oder war das aus der Sicht eines Informationsanbieters gefragt, der einem verlorengegangenem Besitzstand nachtrauert?

z.B. warum die CES, Las Vegas (Anfang Januar) Highlights in der Märzausgabe noch 6 Seiten beanspruchen, während die Hinweise auf die Berichterstattung Text und Video fehlen

und ob die Menschen die gegen Ende des Heftes ganz heftig vorkommen, auch geneigte Stammleser der neuen Tomorrow werden und so etwas wie eine Church of Customers nicht geplant ist. oder?

Mehr gibt es hier nicht, obwohl ich noch ein paar Kritikpunkte und Anregungen habe, aber das mache ich ja gegen Geld, damit verdiene ich meine Brötchen ... eMail Adresse und Telefonnummer siehe Impressum.

Früherer Eintrag:
Digital Lifestyle Magazin Tomorrow trifft SUPERillu