Mittwoch, Februar 13, 2008

RSF: Freedom Of The Press 2008 Report

Reporter Without Borders stellte heute in Washington und Berlin ihren Report 2008 vor.


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2008 Annual Report 171 pg, 3,3 MB (PDF)

Nachgedanken:
Man kann ja zu den Einfärbungen und Scheren der RSF ganz unterschiedlicher Meinung sein. Drei Grundannahmen bringen mich aber immer wieder zum Grübeln, ob RSF den Ansprüchen der Realität nicht zu weit entrückt und/oder einseitig fixiert ist:

1. Wenn man sich die Weltkarte des RSF einmal klustert, dann wird man den Eindruck nicht los, dass der gewählte Blickwinkel und der angelegte Maßstab, vielleicht nicht auf alle Regionen, Einstellungen und Lebensverhältnissen passt.

2. Von Länder wie z.B. China, Libyen, Saudia Arabien, Weißrussland u.a. die von der Meinungsfreiheit, freier Meinungsäußerung und Selbstbestimmung ihrer Bürger, so wir das kennen, ganz offensichtlich nichts halten, wäre es doch schizophren anzunehmen, dass sie diese Rechte / Freiheiten der "Presse" zugestehen.

3. Warum bieten Länder die als Hort der Freiheit gelten, ich nenne hier einmal stellvertretend die Vereinigten Staaten, Frankreich nur eine sog. 'Zufriedenstellende Situation' in Sachen Pressefreiheit? Und warum erregt dies ungleich weniger Aufsehen und Protest, als wenn ein "unfreies" Land auch eine "unfreie" Presse zulässt? Warum wird z.B. Indien ausladend als eine der ältesten und freien Demokratien in Asien gelobt und die "Nennenswerten Probleme" bezüglich (unserer Ansprüche an) Pressefreiheit (und die Lebensverhältnisse) sind – in diesem Zusammenhang so gut wie kein Thema in der sogenannten freien Welt.

(Einmal ganz davon abgesehen davon, dass die Berichte zu Deutschland nur vernachlassungswürdigee Spots auf der weißen Weste hinterlassen haben.)