Freitag, Mai 16, 2008

Dem Springer sein goFeminin Fatale

(in Anlehnung an den Beitrag: Dem Burda sein auFeminin)

Am 28. April titelt digital:next (noch) frech: Aufeminin.com stürzt ab und Springer lässt es kalt

"Europas führendes Frauenportal verliert mehr als ein Drittel seines Börsenwertes - Mutterkonzern sieht keinen Anlass für eine Kurskorrektur ... Springer selbst sagt zum Absturz seiner Internettochter: „Die Reaktion der Börse ist vorhersehbar und nicht überraschend.“ Eine Konzernsprecherin ergänzt: „Die Businesspläne werden nicht geändert. Es gibt keinen Abschreibungsbedarf.“ ..."

Dann gab es gestern die Pressemeldung, dass Doris Wiedemann (bisher und auch zukünftig Verlagsleiterin Axel Springer Mediahouse München) die Geschäftsleitung von goFeminin.de übernommen hat und für Bertrand Stephann (CEO auFeminin), aber eigentlich doch mehr für Mathias Döpfner (der Link zeigt auch ein wenig die Aktualität der BE Beiträge auf) auf Erfolgskurs bringen soll.

Und heute titelt nun die Süddeutsche Zeitung: Klick mich - Bertrand Stephann, Chef des größten europäischen Frauenportals Aufeminin, muss Springer vor der nächsten Pleite bewahren.

Ich kann das herumgeeiere der BBGS's nicht mehr hören. Ob Mathias Döpfner den nächsten Flop produziert interessiert mich nicht, was mich nervt ist, dass sich eigentlich der 'Pubertät' entwachsene Medienunternehmen (sollte man meinen) nicht entscheiden können, was sie wollen und das dann auch das tun was sie wollen. Na klar,

- kann ich mein Printobjekt mit "auxiliary Online-Angeboten" schmücken

- kann ich neben meinem 'best of print', ein 'best of online', 'best of mobile', usw. auf die Rampe schieben

- kann ich ein Portal für bestimmte Themeninteressen, Lebensumstände, etc. auf die Rampe fahren (wenn ich denn für den Zugang zu 'Auffahrts'-Rampe sorge (oder andere dafür sorgen lasse)

und na klar, ich kann Werbeservices aggregieren und Wege und Stationen bauen / betreiben, die Themeninteressen und Lebensumstände bedienen und 'Interessierte' begleiten ...

In jedem Fall aber, muss ich mich für diese oder jene Richtung entscheiden und dann auf den Weg machen.

Wenn ich es mir recht überlege, ist eines der Probleme, die unsere BBGS's nicht verwinden können, dass der Masse ... und das zeigt sich - bei dem bevorzugten Finanzierungmodell für Medienunternehmen - ganz deutlich in der Studie auf die ich hier gestern hingewiesen habe: die großen Medienunternehmen verstehen nicht wie sie ihren Werbepartner liefern können, was diese wünschen: spitze Konversations- und Interaktionsmöglichkeiten mit tatsächlichen und präsumtiven 'Kunden'.

(falls Sie's nicht gelesen haben,
Small is beautyful: nach dem AdPriceIndex fiel der CPM bei großen Websites von 0,33 USD im Februar, auf 0,18 USD im April und der von kleinen Websites erhöhte sich im gleichen Zeitfenster von 1,15 USD auf 1,29 USD).

Die Entwicklung der PageImpressions für goFeminin.de (nach IVW)
2007-04: 60,2 Mio. (übers Jahr)

2008-01: 63,8 Mio.
2008-02: 48,9 Mio.
2008-03: 50,8 Mio.
2008-04: 49,0 Mio.

und hat eine Reichweite von 1,84 Millionen Unique Users (AGOF Internet Facts IV/2007) - ich nehme einmal an vorwiegend unter den 17,9 Mio. Internet-aktiven Frauen, also gerade einmal etwas über 10 %.

Portale für Frauen: u.a. , Ergänzungen Willkommen!

- Burda: Glam (plus Magazine Websites u.a. Freundin.de, Amica.de )

- Gruner + Jahr: u.a. brigitte.de

- Holtzbrinck: Erdbeerlounge

- Springer: goFeminin.de

Nachtrag:
- ProSiebenSat.1 fem.com

- Womanweb: womenweb.de

(Die WomenWeb AG betreibt auch zahlreiche andere Magazin-Websiten im Umfeld (nach der Info auf der Website sind das u.a.): Allegra Club, Bild der Frau, Celebrity, Cosmopolitan, Frauen.de, Frau von Heute, Für Sie, Joy, Petra, Shape, Vital.