Dienstag, Juni 17, 2008

Haben wir das Internet, oder hat das Internet uns?

In dieser Woche gibt es in Berlin gleich zwei Nostalgie-Veranstaltungen. news aktuell (dpa) und das Inforadio des rbb zu eine Zeitreise in die Vergangenheit ein. Nicht ins frühe 15. Jahrhundert, nicht ins Jahr 1920, nicht ins Jahr 1952, sondern die frühen 90er Jahre, als (1993) das WWW / Hypertext allgemein zugänglich wurde.

Das Thema bei dpa / media coffee lautet (18. Juni)
"Im Sog des Internets - Was bleibt übrig von Print, TV und Radio?"

Und beim Inforadio des rbb - im Rahmen des Berliner Bücherfestes, in der Reihe Zukunftsgespräche (21. Juni)
"Zur Digitalisierung der Verlagswelt"

Ich geh da hin, ich will wissen, was es da noch zu reden, zu diskutieren gibt ...

Das erinnert mich an das Jahr 1993. Ich war nur wenige Tage zurück im Vogel Verlag / Vogel Medien und die Große Vertreterkonferenz stand an. Der Referent für das Thema Digitalisierung und neue Medientrends war ausgefallen und irgend jemand fragte mich, ob ich als Ersatz einspringen könnte. Nun ja, kein Problem, es war ja mein Thema damals.

Die damalige Reaktion?
Bei den Verantwortlichen: Nun, es war meine letzte Einladung zu diesem Thema vor der Großen Vertreterkonferenz zu sprechen. Bei den Teilnehmern: Fast schien es so, als sei dies die erste Einführung für die Teilnehmer gewesen. Und nicht wenige der reiferen Semester unter den Vogel Vertretern, kamen nach dem Vortrag zu mir mit der Frage, ob sie sich, so wenige Jahre vor ihrer Pension, noch mit diesen Themen beschäftigen müssten ...

Wahrscheinlich sind auch in 2008 die Teilnehmer (und einige der Diskussionsteilnehmer) überrascht, was sich doch so alles tut, außerhalb ihrer Vorstellungswelt (nein, es gibt keinen Überraschungsgast) und so wird wohl auch nicht über ernsthaft die Pro-Amisierung von Medien, Medienwelt und Medienkonsum' (bzw. Medien-Prosum) gesprochen werden.