Samstag, Oktober 04, 2008

Handelsblatt: Harald Uhligs Ökonomie Blog - das war einmal / das ist jetzt wieder

Update:
Harald Uhlig bloggt jetzt wieder, und erstaunlicher Weise wieder unter den strengen Augen des Hausmeisters Handelsblatt.de

viel Talent und Intelligenz zeigt das Handelsblatt beim Umgang und bei der Integration von Social Media im Angebot auf Handelsblatt.com ...

via/mehr auf Blogs! Buch Blog von Don Alphonso

Harald Uhlig schrieb am 01.10.2008 auf 'Makro und mehr' sein Abschiedsposting

[Mein] Letzter Blog-Eintrag wurde gelöscht

Mein letzter Blog-Eintrag vom Sonntag wurde von der Redaktion des Handelsblatts gelöscht und ist daher hier nicht mehr verfügbar. Ich habe versucht, gegenwärtigen Ereignissen meine eigene Interpretation zu geben, die man teilen mag oder nicht oder die man sonstwie bewerten mag. Es ist meine feste Auffassung, daß die ungefilterte Interpretation (ausgeschlossen Beleidigungen etc.) und die Diskussion darum mit den Lesern die Kernfunktion eines funktionierenden Blogs ist. Aufgrund dieses Prinzips habe ich keinen Beitrag meiner Leser gelöscht, es sei denn, es handelte sich offensichtlich um Spam. Aufgrund des gleichen Prinzips habe ich mich daher entschlossen, daß mir kein anderer Weg bleibt als die Bitte an die Handelsblatt-Redaktion, meinen Blog zu schließen. Ich gehe davon aus, daß das bald passieren wird, und das dies mein letzter Eintrag ist. Ich danke dem Handelsblatt für die Möglichkeit und das in mich gesetzte Vertrauen, mit diesem Blog meinen Beitrag zu den Diskussionen leisten zu dürfen, und ich danke allen Lesern für Ihr Interesse und Ihre Beiträge. Mir hat es Spaß gemacht, und es tut mir aufrichtig leid, daß es nun vorbei ist. Ich hoffe, es geht Ihnen ebenso. Ich wünsche allen in diesen Zeiten viel Glück und Erfolg.

huhlig um #22:32 in
hier von Ansichtssachen der Beitrag

Nachtrag
Eine Woche nach dem Vorgang meldet sich jetzt auch der 'Vorzeigeblogger' des Handelsblatts zu Wort:

Thomas Knüwer hält den gelöschten Blogeintrag von Harald Uhlig für grenzwertig, möglicherweise gar justiziabel und macht das Wochenende und den Lerndefizite des Handelsblattes in Sachen Social Media dafür verantwortlich, das es so gelaufen ist (ohne mit Harald Uhlig vor dem Eingriff gesprochen zu haben).

Harald Uhlig und die Erkenntnis der eigenen Lernbedürftigkeit

Ich denke, sowohl das Vorher als auch das Nachher hätte anders und für das Handelsblatt vorteilhafter aussehen können. Zum Beispiel hätte man mit Harald Uhlig (vorher oder jedenfalls gleich danach) reden können. Man hätte ihn bitten können (dass, was jetzt als Aufforderung zum Run auf die Commerzbank interpretiert wird) in einem auffallenderem Konjunktiv auszudrücken oder zu entschärfen. Man hätte ihn sogar bitten können, den Beitrag vorläufig selbst zu sperren, bis man eine gemeinsam tragbare Lösung gefunden hätte . Man hätte ihm die Schlüssel abnehmen können, aber nein, überforderte Wachhabende, liquidieren erst einmal das Gesagte und fragen dann (vielleicht) ... mehr, mehr, mehr

2. Nachtrag:
Olaf Storbeck (Redakteur Wirtschaftswissenschaft / Economics Editor) stellt den umstrittenen Beitrag auf Indiskretion Ehrensache ein - jetzt können sich alle die den Google-Cache nicht rechtzeitig bemüht haben, selbst urteilen ...
Die Welt-Finanzkrise: was ist los mit Commerzbank, Dresdner Bank, UBS und Fortis?
(5. Kommentar: 05.10.2008 - 12:27)