Samstag, November 22, 2008

Wovon so mancher Fachmedien-Manager noch träumt

"Ein guter Büroarbeitstag beginnt mit dem Aufschlagen einer Fachzeitschrift ...", darauf sein Geschäftsmodell aufsetzt und dann von Werbetreibenden und/oder Lesern dafür (dass er weiter Träumen kann) bezahlt oder subventioniert werden will.

In den Staaten (berichtet die Netzeitung) und zitiert aus der Fachzeitschrift The National Law Journal, dass sich immer mehr Unternehmen und Hunderte von Klägern in Sammelklagen darum streiten, ob nun die bezahlte Arbeitszeit mit dem Einschalten oder mit der Betriebsbereitschaft des Arbeitsplatzcomputers beginnt - zählt das Hochfahren (Booting) zur Arbeitszeit oder als Arbeitspause?

Wäre man Mäuschen, könnte man in deutschen Büros - u.a. folgendes beobachten:

Peter Maier ist Einkäufer bei ... seine Arbeitzeit beginnt um 7:30 Uhr. Bereits um 7:28 Uhr nimmt er auf seinem Bürostuhl Platz um gleich richtig loszulegen. Um 7:30 Uhr nimmt seine erste (von durchschnittlich sieben) Fachzeitschrift in die Hand, schlägt die Beine übereinander und beginnt die heißesten News, über die tollsten Innovationen und relevantesten Produkte & Services vom letzten Tag, der letzten Nacht zu lesen ... (die erste Auslieferung der Eingangspost durch die Poststelle des Unternehmens erfolgt in seinem Bereich ja erst nach der Frühstückspause)

Um 7:32 stürmt Maiers Boss Friedrich Blitz herein, sieht einen eifrig in einem Magazin studierenden Mitarbeiter Maier neben einem noch dunklen Bildschirm und fragt verwundert. "Mensch Maier, haben sie den nichts zu tun, wollen sie den heute gar nicht anfangen zu arbeite ..."

Wann schmiegen sich die Angebote & Dienstleistungen der Fachmedien, wohl wieder näher an die Bedürfnisse der Mitarbeiter, der Arbeitsprozesse, das wahre Leben an?

P.S.
Das erinnert mich irgendwie an ein Schreiben an die Redaktion (vor ca. 30 Jahren):

Liebe Redaktion,
könnt Ihr nicht die vielen Bilder und Farbe aus Eurem Blatt nehmen, wer braucht das schon und, man traut sich gar nicht mehr, das Magazin am Arbeitsplatz in die Hand zu nehmen,
ohne von seinem Vorgesetztem und den Kollegen schräg angeschaut zu werden ...