Montag, Februar 23, 2009

Plädoyer für mehr Hybrid-Modelle im Journalismus

War ursprünglich die Idee, die Philosophie hinter dem sog. Citizenjournalismus, dass Journalismus sich wieder dem Bürger, den Menschen zuwenden solle und nicht in erster Linie der Stärkung einer ominösen Vierten Macht und den Wirtschaftsunternehmen, die diese unter sich mit stattlichen Erträgen aufteilten konnten.

Gelegentlich, zum Beispiel in Südkorea, war die Presse so nahe an der ersten Macht, dass in einer Art antipodischer Gegenbewegung das Modell Citizen Journalismus möglichst weit weg vom offiziösem Journalismus entstanden [OhmyNews] (wo es selbst in Südkorea heute nur der Schatten seiner selbst ist).
Da die reine Lehre vom CJ (dieser Art) ohne Gegenwehr der Etablierten nicht schlecht funktionierte, kam dann Jeff Jarves mit dem Modell Networked Journalismus in dem Professionals und Amateure gemeinsam, vernetzt arbeiten um die ganze Story ins Blatt bzw. Bildschirm zu bekommen.

Ich selbst habe 2006 versucht meinen damaligen Partner Michael Maier von der Entwicklung eines hybriden Modells zu überzeugen, in dem nicht nur Amateure (im Bereich Journalismus) professionellen Journalisten (Amateure in den meisten anderen Bereichen des Lebens) helfen ihre Arbeit zu erleichtern und zu verbessern, sondern auch umgekehrt.


Doch die geplante, gemeinsame Produktions-, Edukation- und Vermarktungsplattform hat nie das Licht der Welt erblickt, leider.

Auf editorsweblog.org schrieb Emma Heald einen sehr informativen Beitrag über die noch junge Unternehmung Citizenside und ihr hybrid Modell Photojournalismus (an der übrigens AFP 34 % hält)

Citizenside: is there a future for citizen photojournalism?

lesenswert und vielleicht ein Anlaß, wieder einmal (mehr) über solche Modelle und ihre Strukturvorteile nachzudenken.