Montag, März 02, 2009

Die verkropfte Debatte um das Bezahlen von Content im Internet

ist so überflüssig wie ein Kropf und lenkt ungemein vom generellen Thema und der Eigenverantwortung der Medienunternehmer für ihr Geschäftsmodell ab. Und so ist es nicht verwunderlich, dass bei einer solchen Diskussion (auf Welt.de) überhaupt nicht repräsentativ folgende Umfrageergebnisse dem Ansinnen die kalte Schulter zeigt:

Welt.de Umfrage heute, 14:08

Würden Sie für Online-Nachrichten zahlen?
(und wenn ja, wie)

18 % Ja, am liebsten per Abomodell

5 % Ja, aber nur kleine Beiträge (Micro Payment)

3 % Ja, per Kulturflatrate

4 % Ja, über freiwillige Gebühren

70 % Nein, auf keinen Fall

Nun ich bin mir nicht ganz sicher, was man z.B. unter freiwilligen Gebühren verstehen soll und wer sich um den Job und das Einkommen der Medien, außer den Medien selbst einen Kopf darüber machen sollte.

Wer Medienunternehmer sein und bleiben will, muss auch sein Business- und Erlösmodell selbst stricken und verantworten. Wenn die Medien kein Geschäft mehr sind (oder sein sollen), dann sollte man nicht mehr vom Medienunternehmer sprechen. Vielleicht sollten dann die am lautesten klagenden Medienmanager als Generaldirektoren in die öffentlich-rechtlichen Zeitungs- und Magazinanstalten umziehen.

Bisher haben Medienunternehmen im Profit eher in der Spitzenliga mitgespielt und im Schnitt deutlich besser verdient, als die sie finanzierenden ihre Leser- und Anzeigenkunden. Und oft reichen die Abo-Gebühren rechnerisch noch nicht mal für Papier und Hauslieferung, geschweige denn für den sog. "Content". Wer hat also die Preise versaut? Die Leser? Die Werbetreibenden? Die Medienmanager?

Wer als Geschäftsmodell seine Unternehmung wesentlich mit Anzeigenerlösen finanzieren will, soll verdammt noch mal endlich damit anfangen, den Anzeigenkunden den Nutzen zu erklären, den Nutzen an die Geschäftsprozesse der Anzeigenkunden anpassen und seine Verkäufer zum Verkaufen von Onlineanzeigen antreiben.

Wer als Geschäftsmodell seine Unternehmung wesentlich mit Vertriebserlösen finanzieren will, soll verdammt noch mal endlich damit anfangen, Formate, Verpackungen und Dienstleistungen an den Bedarf und die Wünsche der Leser / User anzupassen und in der Rückkopplung und im Dialog mit ihnen echten Mehrnutzen zu verkaufen.

Eintrag von heute morgen:
Revenue Models for News on the Net

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