Montag, Juli 27, 2009

Redaktionen frustriert und ausgelaugt: vom Opfer zum Motor der Digitalisierung

Nachtrag:
Zu diesem Thema hat Stefan Winterbauer nachgefragt und am 31.07.09 im Beitrag "Redaktions-Frust in Energie verwandeln" auf meedia.de veröffentlicht.
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Die Digitalisierung ist für die Verlags- und Medienbranche eine technologische Umwälzung, welche eine Fortführung bisheriger Geschäftsmodelle unattraktiv und mittel- und langfristig unprofitable macht. Wann, wenn nicht jetzt, wollen Sie die richtigen Weichen stellen. Können Sie es sich leisten die Chancen der Krise zu verschlafen?

Die häufigste Klage, welche ich von Redakteuren und Journalisten höre ist, dass das Verlagsmanagement (und deren Abwrackberater) immer davon ausgehen, dass in der redaktionellen Leistungserstellung noch reichlich Fettgewebe, viel Fleisch und überflüssige Haut ist, auf das man ohne Gefahr verzichten kann. In Wahrheit wird aber schon fleißig am Knochen geschabt, werden die Organe verkleinert oder ganz herausgenommen und auch vor Amputationen vorgenommen.

Vielleicht wäre das ja noch einigermaßen nachvollziehbar, wenn solche Programme (nach sorgfältiger Wertanalyse) die Ausstattung und Fertigung von Massengütern beträfen, aber doch nicht, wenn es darum geht, ob die Medien die Transformation vom Produzenten von Holzmedien zu Mediendienstleistern in einer individualistischen, digitalen Welt bei guter Gesundheit bewältigen.

Dabei kostet es gar nicht viel Aufwand, die schon mit den Füßen "scharrenden" oder auch noch schlummernden Kräfte in den Redaktionen loszulassen um den Service und den Nutzen für die Leser / Nutzer unserer Services wieder erstrebenswert und kauf-wertig zu machen. Es ist in der Regel (fast) alles vorhanden ... und Statements wie „Ich wüsste ja schon, aber mich / uns fragt ja keiner“ oder „ich? Ich verbrenne mir doch nicht den Mund, das will doch keiner hören“.

Manchmal fördert das Wissen, dass man bei Bedarf jemand hat mit dem etwas besprechen, mal nachfragen könnte und brauchen die Sicherheit eines schützenden Arms und der Versicherung, dass jemand der Neues wagt nicht gleich den Kopf abgerissen bekommt, wenn es auf Anhieb nicht klappt, nachgebessert oder durch etwas besseres ersetzt werden muss.

Eine von diesen Zwängen der Massenproduktion befreite Redaktion würde ganz schnell und im Dialog mit den Nutzern und dem ECO-Umfeld weg von dem 'one (must) fits all' kommen und zahlreiche, wertvolle Services und Applikationen anbieten könne, die Nutzer brauchen, wünschen und dafür bezahlen würden.

Geben Sie Ihren Redaktionen mehr Freiräume, mehr Luft zum atmen - dann werdenvielleicht auch Sie ein Gewinner der Digitalisierung.

P.S.
Sie wollen es wissen? Lassen Sie es uns anpacken!

P.S.
Wenn Sie einmal einen Auszug sehen wollen, was eine von einer Ein-Produkt-Strategie befreites Redaktions- und Produktteam - in nur 5 Jahren - schaffen konnte (hier)