Mittwoch, September 16, 2009

Im buchreport: Thomas Hoeren zu Verlegerinitiativen und Urheberrecht im digitalen Zeitalter

auf buchreport.de  Im Börsenverein fehlt frischer Wind (16-Sept-2009)

" ... Der Börsenverein warnt vor „Absenkung der Urheberrechtsstandards“. Zu Recht?
Nein, der Börsenverein kämpft weitgehend restaurativ um den Erhalt alter Geschäftsmodelle, in denen die Buch-Verleger monadisch im Zentrum stehen. Verleger verstecken sich hinter den Schutzstandards für  Urheber, obwohl sie noch nicht einmal eigene Rechte gegen Google und Co. haben. Sie verkennen die besonderen Bedürfnisse der Kreativen und der Nutzer, die das Internet auch als Chance für eine Verbreitung von Wissen begreifen. Es fehlt im Börsenverein der frische Wind.

Welche Urheberrechtsregelungen in der EU passen nicht ins „digitale Zeitalter“?
Zugunsten der Kreativen gilt es zum Beispiel, deren vertragliche Position gegenüber den übermächtigen Verwertern zu schützen und etwa durch eine verstärkte AGB-Kontrolle Rechtebuyouts zu verhindern. Auch bedarf es einer starken Aufsicht über die Verwertungsgesellschaften. Zu­gunsten der Verleger sollte über die Anerkennung eines eigenen Leistungsschutzrechts nachgedacht werden. Zugunsten der Nutzer und der Allgemeinheit gilt es, der ständigen Ausdehnung des Urheberrechts entgegenzuwirken und es wieder auf einen Kernbestand wirklich kreativer Inhalte zu beschränken ..."