Donnerstag, Oktober 29, 2009

VDZ/KPMG Studie: Chancen und Risiken der aktuellen wirtschaftlichen Lage für Verlage

Und wieder wurden die befragt, die für die aktuelle Situation wesentlich mitverantwortlich sind und schon reichlich Zeit hatten, diese Zeitenwandel mit zusätzlicher Krise zu gestalten, 80 Vorstände, Geschäftsführer, Verlags-, Bereichs- oder Abteilungsleiter von Zeitschriften- und Zeitungsverlagen in Deutschland.

Die Hoffnungen der Unternehmen bzw. der Befragten, schreibt Michael Geffken in seiner Mitteilung, baut darauf, dass den Verlagen die gebratenen Tauben(arten) Online, Mobil und Sonstige in den Mund fliegen und zusammen mit Sparmaßnahmen und Kostenoptimierung auch zukünftig die Verleger und Verlage ernährt.

Und so sieht bzw. befürchtet man die Verschiebung der Anteile bei den Umsätzen zwischen 2008 und 2012



Online, Mobil und Sonstige wächst von 27,2 auf 35,2 %
Print-Anzeigenerlöse reduzieren sich von 41,3 auf 36,8 %
Vertriebs-Erlöse (Print?) reduzieren sich von 37,4 auf 35,7 %


Frage an Michael Geffken, u.a. / die Antwort von Alexander von Reibnitz:
Kann mir mal jemand verraten wie das geht? Das sind dann also 107,7 %? Oder steckt der Fehler bei dem Anteil für Anzeigen (ist also nicht der Printanzeigenumsatz, sondern der Anzeigenumsatz Print + Online, der dann noch einmal unter 'Online, Mobil und Sonstiges' ausgewiesen wird?  In den jeweiligen Kategorien ergeben sich diese Werte als Durchschnitt aus allen Angaben. Da aber nicht alle Teilnehmer ihre Werte auf die 3 Kategorien aufteilen, ergibt sich aus einer einfachen Addition dieser mathematische Wert von 107 %.

Freundlicherweise bekam ich jetzt auch die Studie selbst zur Einsichtnahme und dort stehen noch einige anderen interessanten Einsichten der Betroffenen. Hier als Ergänzung die

Aufschlüsselung der Umsatzkategorie Online/Mobile/Sonstige


und ich befürchte leider sehr, dass die zaghaften Prognosen auch die Aufmerksamkeit, die Investitionen und die innovative Umsetzung nur tröpfeln lassen. Sehr gerne, würde ich mit diese Annahme falsch liege, jedenfalls bei Unternehmen, die eine Zukunft planen.

Aus den Antworten der schriftlichen Einlassungen entnimmt Markus Kreher (KPMG), dass die Mehrzahl der Verlage tatkräftig auf die Lage reagieren. Und die Selbstauskunft bringt zusätzlich ans Licht der Öffentlichkeit

• Zum Thema Portfoliobereinigung gab fast ein Drittel der Verlage an, Printtitel einzustellen
• Für den Bereich Anzeigen forcieren zwei Drittel der Verlage eine gemeinsame Vermarktung von Print und Online
• Im Bereich Vertrieb stehen Dialog-Marketing, Copypreiserhöhungen sowie eine verstärkte Abo-Gewinnung auf der Agenda
• Der Bereich Digitale Medien soll bei über 80 Prozent der Verlage weiter ausgebaut werden
• Planungen für eine Zusammenlegung von Redaktionen in Print und zwischen Print und Online bestehen bei rund der Hälfte der befragten Verlagshäuser
• Die Zentralisierung von Bereichen spielt insbesondere in dem Bereich Personal, IT und Finanzen eine Rolle


Den vollständigen Studienbericht kann man beim VDZ gegen eine kleine Schutzgebühr erwerben ...

Vorgängerstudien
(30. Oktober 2008)
VDZ/KPMG zu Digitalen Erlösquellen und Zahlen zum Zeitschriftenmarkt

(14. November 2007)
VDZ/KPMG Studie: Die Wachstumserwartungen deutscher Verlage

(31. Mai 2006)
VDZ/KPMG Studie: Verlage setzen auf neue Erlösquellen