Freitag, Mai 21, 2010

Kongress der Deutschen Fachpresse (III): B2B-Kommunikation im Umbruch - wohin die Reise (nicht) geht

Ich hatte ja noch eine kurz Zusammenfassung und Einschätzung zu der Fachtagung Anzeigenmarketing B2B-Kommunikation im Umbruch: Wohin geht die Reise? versprochen. Hier ist sie:

Nach Thomas Koch's erster Keynote
B2B Kommunikation: Schöne neue Vielfalt oder digitaler Overkill?

ohne (den Begriff) Nachhaltigkeit (seine Einordnung) u.a. mit

- Das Internet ist ein Segen. Nur für Frank Schirrmacher, Ursula von der Leyen, Ilse Aigner und die Verleger ... eher nicht

- Das auch Fachmedien investieren müssen ist nicht neu. Doch heute müssen sie in Neues, Unbekanntes investiert und darauf hoffen, dass sich das auch Online bewährt

- Panik ist ein schlechter Ratgeber. Fachmedien können aus der eigenen Stärke Gesprächsräume + Plattformen gestalten u/o bereichern

- Kostenpflichtige [Struktur-]Communities bieten viele (eine gute) Chancen für Fachverlage

Aber mal ehrlich, wer will schon wertvolle Zeit und Teilnehmergebühren investieren um esoterisches zum Thema Digiphilie und B2B-Kommunikation 2.0 zu hören und sich davon beunruhigen oder gar aufrütteln zu lassen?

Anschließend gab es eine Podiumsdiskussion mit

Michael Belgardt (Zenithmedia)
Thomas Koch (Crossmedia) @UFOMEDIA
Ulrich Toholt (Landwirtschaftsverlag)
Beate Vetter (Keramaq)

moderiert von Anja Schüür-Langkau (CDR media spectrum)

Und die in Plasberg's hartaberfair-Manier von Anja Schüür-Langau gestellte Schlussfrage: Wer den gerne mit wem würde ..., zeigte plakativ wo der Hase im Pfeffer liegt:

Michale Belgradt und Urlich Toholt würden gerne miteinander, Beate Vetter, die sich mehrmals als Vertreter der Industrie und als Anzeigenkunde positionierte wollte keine und sie erklärte dann "ich bin da ja irgendwie außen vor und Thomas Koch als letzter rettete dann das schon zerrissene Bild mit, ich würde gerne mit allen, es sei doch die Zeit der großen Vernetzung ...

Nicht nur dem Gastgeber geschuldet, bestätigte Beate Vetter, das Fachmedien für Sie / Kermaq ja, schon (irgendwo) ein Thema sind und (irgendwie) dazu auch ein paar Anzeigenschaltungen gehören.

Ich hätte mir am Podium und aus dem Auditorium Fragen z.B. an Frau Vetter wie diese gewünscht:
Was machen Sie heute und morgen in B2B-Kommunikation? Auf welchen Kanälen? Wie viel geben Sie dafür insgesamt aus? Wie hoch ist der Anteil der Ausgaben für klassische Anzeigenwerbung in den Fachtiteln? Wird der eher steigen oder sinken?

Und je nachdem wie die Antwort gelautet hätte, wäre dann die spannende Frage gewesen "An welchen Dienstleistungen und Applikationen wären sie interessiert (damit wir an die restlichen 98 / 95 % Kohle ihres gut gefüllten B2B Kommunikationsbudgets kommen und welche um an das noch praller gefüllte B2C Kommunikations- und Verkaufsförderungsbudget zu kommen.

Diese eine Chance wurde vertan. Doch sie bietet sich täglich wieder, mit jedem tatsächlichen und präsumtiven Anzeigenkunden - jedenfalls bis es endgültig zu spät dafür ist und selbstverliebte Fachmedien ihre Löffel abgegeben haben, abgeben mussten.

Andere Statements und Einschätzungen am Podium von
Michael Belgardt: Fachverlage tun zu wenig (ein Mediaplaner)
Beate Vetter: die Industrie wünscht sich mehr (eine B2B Industrie-Vertreterin)
Ulrich Toholt: wir haben zu wenig Fantasie und zu wenige passende Angebote (ein Fachverlager)
Thomas Koch: Print ist toll, und das "orginellste", das ideale Dialogmedien (ein Aufrührer)

Wohin geht die Reise:
Werden Sie Dienstleister für den Erfolg des B2B-Geschäft ihrer bisherigen Anzeigenkunden und warten sie nicht auf die Brotsamen, die für sie vom Tisch fallen ....