Dienstag, Mai 18, 2010

Kongress Deutsche Fachpresse 2010 (update)



In 10 Minuten startet der Kongress der Deutschen Fachpresse 2010 Wiesbaden. Das Motto in diesem Jahr Wege in die Zukunft – Chancen der Digitalisierung. Die aktuellen Life-updates gibt es auf Twitter #FPK10 (Hashtag) und soweit Zeit und Gelegenheit in der Zusammenfassung hier.

10:45
Axel Dammler referiert "Wie Jugendliche Medien nutzen – Digital Natives als Trendsetter" (iconkids & youth, München) Kunden von morgen? #FPK10



Die Jugend ist besser als ihr Ruf. Statistiken lügen nicht, sondern unterstützen mich bei meinen Thesen. Die Jugend ist bedauernswert. Sie hat keine Feindbilder und Vorbilder, nichts woran es sich lohnt zu reiben. Und so machen die Teenager den Fachverlegern vor wie man segmentiert und parzelliert ohne jemand weh zu tun, das akzeptierte und das gewünschte zu tun.

Für die Real-Welt-Erfahrung nutzen die Digital Natives das Internet, daß was um sie statt findet ist die Fiktion in der man partiell mitspielt, wenn's gefordert wird.

Wir sind auf dem Weg in eine Medienmonokultur. Nur das Internet zählt und junge Leute gucken kein Fernsehen mehr, lesen keine Zeitungen, Magazine ...usw. Doch wer nur das Internet nutzt bleibt doof, kratzt nur an der Oberfläche und ist/wird/bleibt kein mündiger Bürger (die Jugend schon heute und der Rest schon bald). Print ade, doch bedenke: Kunden brauchen / wollen Push und Print (?) kann Push am besten - auch wenn das zukünftig niemand mehr in die Hand nehmen wird.

11:32
Jetzt spricht Katrin Siems (de Gryter) Publizieren im digitalen Zeitalter – Fachverlage erfinden sich neu #FPK10



(Auch) Die Verlagsbranche braucht für Veränderungsprozesse einen Kompaß. Und das müssen die Bedürfnisse der Kunden sein. Die Zentrale Faktoren des richtigen Angebots (für Kunden und Verlag) sind: Kopplungsgewinn (am Point of Need / Want), Choice, Arbitrage, Convenience, Erlebnisgewinn, Egogewinn. Wesentliche Leitlinien für den Wissenschaftsverlag de Gruyter und Beispiele für zentralen Faktoren siehe Präsentation (Link folgt). Wichtiges Credo bei de Gruyter 'Ohne Bezahlung geht nichts' einer muss zahlen: Bibliotheken (sind zuverlässige Zahler), Institution (sind willige Zahler), der Konsument und / oder der Autor.

siehe u.a. auch horizont.net

13:35
Hubertus von Lobenstein (vonlobenstein, Düsseldorf) Werbung im Wandel – was Kunden wirklich wollen? #FPK10



Die Fragestellung, ist klassische Werbung tot ist, wollte Hubertus von Lobenstein nicht aufgreifen, sondern verweist darauf, dass sich z.B. auf Facebook 40 % der Nutzer u.a. auch für Marken interessieren und 'Marken-Fans' werden. Die Marke, die das nicht begreift, vergibt eine riesen Chance.

Aber auch, wer sich in die Digitale eintritt kommt da nicht mehr, nur schwer wieder raus und die Digitale Welt vergißt nicht verzeiht nicht. Und überhaupt ohne eine starke Marken-Idee geht gar nicht (auch nicht Online).

von Lobenstein fordert eine starke, konsequente Markenführung. Doch da bin ich ein wenig skeptisch. Konsequenter Markenauftritt, Kommunikation, Dialog bereit und Dialog führend ja, aber die Markenführung ist dann doch wohl eine transparente, unterhaltende, hocherotische Ver-Führung.

Monologe, Irrelevanz, Beliebigkeit, der schöne Schein der Werbewelt sind mega-out und Dialoge, Nutzwert, Einzigartigkeit, Relevanz mega-in. Gute Chancen für relevante, einzigartige Fachmedien - aber, es gibt da noch viel zu tun und wer zu spät (oder gar nicht) kommt ...

Nachtrag:
Und wenn Sie einen Social Media Experten suchen, es gibt nur einen: Hubertus von Lobenstein

14.30
Bernd Adam (GF Deutsche Fachpresse) stellt die Ergebnisse der Wirkungsstudie Fachmedien 2010 vor



B2B Entscheideranalyse 2010 der Fachmedien

TNS Emnid sampelt die Entscheider aus der berufstätigen (Voll- und Teilzeit) Bevölkerung und kommt so auf 7,2 Mio. Professionelle Entscheider (inkl. Vorbereiter, Beeinflusser), das sind / wären 23,2 % aller Berufstätiger und 1,8 Mio Top-Entscheider (ab 50.000 Euro Jahresvolumen), das sind / wären 5,8 % aller Berufstätigen.

Die Auswertung der 600 (Haupt-)Telefon-Interviews postuliert Reichweiten, Funktionen, Wirkungsgrad, etc. (Betrachtungszeitraum: innerhalb der letzten 12 Monaten) der sog. Professionellen Entscheider - 7,2 Mio. von denen man 91 % über Fachmedienangebote (mind. einmal im Jahr) erreichen kann. Ob man damit überzeugen, ob man damit planen kann, will?

Aus den Ergebnissen:

Nutzung von B2B-Medien
Welche Informationsquellen wurden in den letzten 12 Monaten beruflich genutzt (in %)



Soweit ich der Zusammenfassung entnehmen kann, wurden zur Internet-Nutzung ausschließlich Online Angebote der Fachmedien und die Websites der Hersteller abgefragt.

Aktivierungsleistung der Fachmedien



Eine Zusammenfassung der Studie gibt es hier (PDF)

Berichtsband, Auswertungen und Grafiken gibt es (für Mitglieder kostenlos) für 295 Euro (PDF) über die deutsche-fachpresse.de


14.41 Podiumsdiskussion:
Corporate Publishing und Corporate Services – neue Geschäftsfelder für Fachverlage?



- Karl-Heinz Bonny, Landwirtschaftsverlag GmbH
- Oliver Detje, DVV Media GmbH
- Markus Gotta, Deutscher Fachverlag
- Albrecht Hauff, Georg Thieme Verlag
- Klaus Krammer, Krammer Verlag Düsseldorf AG

moderiert von Torsten Casimir (CDR Börsenblatt)

Die Podiumsteilnehmer machen alle (und schon lange) Corporate Publishing, ganz wenig (jedenfalls nach den Gesprächsanteilen gemessen) tut sich bisher im Bereich Corporate Service. Für einige scheint das eine "nette" Nebenverdienstmöglichkeit ohne rechte Relevanz für das Gesamthaus zu sein (Markus Gotta) für andere bereits ein Weg zu mehr Mind- und Budget-Share (Albrecht Hauff) und der Erhaltung und dem Nutzen/Ausbau der Relevanz für den Werbe'partner'.

Bezeichnend irgendwie, dass die Diskussion unter (bereits) CP-Dienstleistern überwiegend um Moral und Ethik ging [Ist Corporate Publishing "unehrliche" Werbung?, verletzt es die Trennung von Staat und Kirche, wie können wir uns da durchmogeln und den Eindruck verhindern, dass CP die Unabhängigkeit und Objektivität der journalistischen Leistung positiv (oder auch negativ) ins Wanken bringt und das unbestreitbare Verdienst des Moderators Torsten Casimir.

Gesprochen wurde meist über CP auf toten Holz. Über neue Geschäftsfelder und Einnahmen der Fachverlage durch Corporate Publishing und Corporate Service wurde, so auch aus dem Publikum bemängelt, kaum gesprochen und schon gar nicht validiert. Vielleicht nachvollziehbar, wenn man den Einbruch von CP in 2009 und die kaum wahrnehmbaren Erlöse aus Digitalen und Servicegeschäften in der Jahresstatistik vor Augen hat.

Hinweis:
Zur den Awards der Deutschen Fachpresse gibt es eigene Posts