Samstag, Juli 02, 2011

Bernhard Pörksen: Fordert eine breite Debatte über den Wert des Gedruckten

Zuerst entschuldige ich mich für einen Tweet, in dem ich eine Statement in der Q+A Session von Pörksen, dem ganz und gar unschuldigen Hans Werner Kilz zugeordnet hatte (aus einem Livestream) ..., sorry.

Bernhard Pörksen der Mutmacher und Händchenhalter auf dem 37. Kongress der Deutscher Lokalzeitungen


Foto: Michael Wittig (Ausschnitt)
"In seiner Keynote warnte der Tübinger Medienwissenschaftler Prof. Bernhard Pörksen die Branche davor, weiterhin negative Zukunftsszenarien für das gedruckte Blatt zu beschwören. Dies könne ein kreativitätsfeindliches Klima zur Folge haben. „Es steht zu befürchten, dass sich die Krisenerfahrung auf beiden Seiten, die der Verleger wie die der Mitarbeiter, zu einer Sinn- und Kreativitätskrise ausweitet“, sagte Pörksen.

Stattdessen solle man Bilder des Gelingens stark machen und die Stärken der gedruckten Zeitung im Webzeitalter verinnerlichen. Noch gäbe es kein Medium, was die publizistische und gesellschaftliche Leistung der Zeitung ersetzen könne. „Wieso glorifizieren Medienschaffende eigentlich Laienpublizisten, die die Frage der Refinanzierung von Qualität selbst in keiner Weise gelöst haben, und die sich nicht als Alternative zum klassischen Journalismus positionieren können?“, gab Pörksen zu bedenken. In Zeiten der Entgrenzung, Hybridisierung und Ökonomisierung brauche der Qualitätsjournalismus endlich mehr Wertschätzung. Gegenüber der Schnelligkeit des Internets gelte es, die unvermeidliche Verzögerung des Gedruckten in einen sichtbaren Vorteil umzudeuten und die Zeitung als Medium des unverzichtbaren „zweiten Gedankens“ zu etablieren. „Dazu brauchen wir eine breite Debatte über den Wert des Gedruckten, eine massive Intervention der Verleger, der Publizisten, der Wissenschaften, aller, die sich für kulturelles Kapital begeistern können“, forderte Pörksen."
Aus der Zusammenfassung des VDL (PM)

Nachtrag: aus KONTEXT: Wochenzeitung
Festrede von Bernhard Pörksen zur Verleihung des Hansel-Mieth-Preises der Agentur Zeitenspiegel.

Bullshit kennt jeder