Freitag, Januar 13, 2012

Nielsen Werbetrend Jahr 2011 (Deutschland): plus 3,5 % (brutto)


Laut Nielsen Werbetrend sind die Werbeausgaben in Deutschland im Jahr 2011 um 3,5 % gestiegen. Für alle Medienkategorien weist der Trend ein Plus gegenüber 2011 aus. Nur für Werbung in Zeitungen wirft der Nielsen Werbetrend (wieder) ein Minus aus, 2,1 %. In der Ausschnittsbetrachtung von Nielsen erreichte Werbung im Internet ein Plus von 22,5 % ... mehr, siehe Tabelle.

Berücksichtigt man die Preisentwicklung in 2011 sind auch die 1,8 % bei der Fernsehwerbung, und die 1,4 % bei Werbung in Publikumszeitschriften durch die Preiserhöhung (2011 vs. 2011: ca. 2 %) mehr als aufgezehrt.

Nielsen Werbetrend-Grafik: Dezember 2011



Aus der Pressemitteilung vom 13. Januar 2012

"Deutscher Bruttowerbedruck wächst um 3,5 Prozent auf 25,8 Milliarden Euro

Der deutsche Bruttowerbedruck in den Above-the-line-Medien ist in 2011 im Vergleich zum Vorjahr um plus 3,5 Prozent auf 25,8 Milliarden Euro gestiegen. Das berichtet das globale Informations- und Medienunternehmen Nielsen. Demnach schloss der Bruttowerbemarkt das erste Halbjahr 2011 mit einem satten Plus von 5,0 Prozent ab, während sich das Wachstum im zweiten Halbjahr auf plus 2,1 Prozent verlangsamte. „Obwohl der Gesamtwerbedruck in 2011 einen Zuwachs verzeichnete, hat sich das Wachstum im Laufe des Jahres – und vor allem im letzten Quartal – zunehmend verringert.“, resümiert Ludger Wibbelt, Geschäftsführer von Nielsen, das Jahr. „Das Werbejahr 2011 startete im Januar mit einem satten Plus von 10,0 Prozent und schloss im Dezember mit einem Plus von 2,2 Prozent. Ein Zeichen dafür, dass sich die aktuell weltweit turbulente Wirtschaftslage zuletzt doch noch auf den deutschen Bruttowerbemarkt ausgewirkt hat.“

Dennoch zeigt der deutsche Bruttowerbemarkt eine starke Dynamik bei der Markteinführung und werblichen Unterstützung neuer Produkte und Services. Im Werberanking der neu beworbenen Produkte hat sich in 2011 die Telekom Cloud Computing mit einem Werbedruck in Höhe von 27 Millionen Euro vor dem Apple iPad 2 Tablet mit 26 Millionen Euro positioniert. Die Einführung des Apple iPad 1 Tablet wurde im Jahr 2010 bereits mit einem Werbedruck von 25 Millionen Euro begleitet. Technologie-Innovationen standen also 2011 weiterhin hoch im Kurs und wurden mit einem dementsprechenden Werbedruck begleitet.



Darüber hinaus setzt sich der (Werbe-)Siegeszug der Online-Dienstleistungen weiter fort. Als werbestärkste und werbeaktivste Familie positionierten sich in 2011 Portale, Communities & Suchmaschinen, die ihren Bruttowerbedruck um plus 72 Millionen Euro auf 284 Millionen Euro ausbauten. Als Wachstumstreiber mit einem Plus von jeweils über 30 Millionen Euro sind die Preisvergleichsseite Preis24.de und MyVideo Broadband zu nennen, die ihre Werbekonsumenten ausschließlich vor dem Fernseher ansprachen.

Besonders zurückhaltend haben sich in diesem Jahr weiterhin die Handelsorganisationen gezeigt. Während sie in der letzten Finanzkrise eine wesentliche Stütze des deutschen Werbemarktes waren, reduzierten sie jetzt insgesamt ihren Bruttowerbedruck um minus 202 Millionen Euro von allen Branchen am Stärksten. Insbesondere die technischen Kaufhäuser (minus 96 Millionen Euro), aber auch die Discounter (minus 90 Millionen Euro) fuhren ihre Werbeschaltungen drastisch zurück. Ludger Wibbelt: „Das Geschäftsmodell der preisaggressiven Handelsunternehmen scheint in 2011 an gewisse Grenzen gestoßen zu sein. Deshalb haben viele Discountunternehmen in 2011 ihre Werbestrategie und den Mediamix auf den Prüfstand gestellt.“ ...



Für den Werbemarkt 2012 gibt Nielsen einen ambivalenten Ausblick:

„Prognosen für 2012 zu treffen, ist derzeit schwierig. Große Fernsehereignisse wie die so genannten Vier-Jahres-Ereignisse – Olympische Sommerspiele und Fußball-Europameisterschaft – werden den Werbungtreibenden in Deutschland einen gewissen Anreiz bieten. Es ist allerdings zu befürchten, dass sich diese durch die Unsicherheit bezüglich der Euro-/Schuldenkrise wieder relativieren.“, so Ludger Wibbelt zur weiteren Entwicklung des deutschen Werbemarktes."

via / mehr bei nielsen.de