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Montag, Oktober 20, 2008

Wann kommt die Bankrott-Erklärung der Vierten Gewalt?

fragt Susanne Härpfer auf Telepolis und stellte bizaren Zuckungen, Verrenkungen, Rechtfertigungs- und Rettungsversuche der Vierten Gewalt in eine Linie mit dem den Untergang der UdSSR und der DDR im letzten Jahrhundert und der aktuellen Bankenkrise. Sie schreibt 'Die Vierte Gewalt ist pleite. Niemand hat den Mumm, dies einzugestehen' und die Versuche, durch Selbstverstümmelung (Automutilation) und das Herunterfahren der (über-)lebenswichtiger Organe, wenigsten die Gehäusestrukturen der sog. Vierten Gewalt zu retten. Zum Beitrag

Dienstag, September 02, 2008

Gesetzliche Grenzen für Finanzinvestments in deutschen Medienunternehmen fordert der DJV

und lobt Gesine Schwan für Ihre Forderung nach dem Gesetzgeber ... DJV fordert Grenzen

Vielleicht wäre es hilfreicher, wenn sich einmal ein paar Journalisten an die Arbeit machen und die Ergebnisse solcher Investitionen transparent machen. Wenn die, die ihr Geld zu treuen Händen an Finanzinvestoren und Banken geben sehen, wie viel Geld da versenkt wurde und wird, wie fragil und anfällig die Rendite ist und was da alles platt gemacht wurde und wird, dann würde vielleicht der ein oder andere ...

Und noch ein Rat von Warren Buffett zum Thema:
" The multiples on newspaper stocks are unattractively high. They are not cheap enough to compensate for the companies’ earnings power. Sometimes there's a perception lag between the actual erosion of a business and how that erosion is seen by investors. Certain newspaper executives are going out and investing on other newspapers. I don't see it. It's hard to make money buying a business that's in permanent decline. If anything, the decline is accelerating." [...] more

Nachtrag (2-Sept-2008):
Foliomag.com zitiert Reed Phillips (DeSilva + Phillips) zu M&A im Magazinbereich mit, on average, leverage multiples in the spring of 2007 were about 6.5x EBITDA. This summer, those multiples are more like 4.5x EBITDA ... mehr

Donnerstag, Juni 19, 2008

Über Medienkonzentration und-pluralismus in der Europäischen Union

"A. in der Erwägung, dass die Europäische Union ihr Engagement für die Verteidigung und Förderung des Medienpluralismus als wesentlichen Pfeiler des in Artikel 11 der Charta der Grundrechte verankerten Rechts auf Informationsfreiheit und auf freie Meinungsäußerung, die nach wie vor Grundprinzipien zur Wahrung der Demokratie sind,
bekräftigt hat,

B. in der Erwägung, dass jede Betrachtung des Medienpluralismus sowohl den Pluralismus in Bezug auf das Eigentum (externer Pluralismus) als auch den inhaltlichen Pluralismus (interner Pluralismus) berücksichtigen muss,

C. in der Erwägung, dass eine uneingeschränkte Eigentumskonzentration den Pluralismus und die kulturelle Vielfalt gefährden könnte, und in der Erwägung, dass sie in einigen Märkten an eine Grenze stößt, wobei der Pluralismus nicht mehr automatisch durch freien Markwettbewerb gewährleistet sein wird, ..." usf.

Berichterstatterin des Europäischen Parlament für dieses Paper ist Marianne Mikko ... er soll im September im Parlament behandelt werden.

Thomas Knüwer hat den Bericht ausgegraben und auf Indiskretion Ehrensache besprochen.


Hier als Service die Links für die jeweils deutschsprachige Version:
Entwurf (PDF, 8 Seiten), sowie das erwähnte Interview

News aktuell media coffee, Berlin: Was bleibt von Print, Radio und TV

Die News aktuell offizielle bzw. Jens Petersen Version im Format eines Live-Blogs auf mediacoffee.de

media coffee im Post-Rundfunkänderungsstaatsvertrags-Zeitalter
Dagmar Reim über den heiligen Mathias (Döpfner)
Frank Syré über Versäumnisse der Medienpolitiker
VPRT-Präsident Jürgen Doetz gratuliert Dagmar Reim vom RBB
Bascha Mika über die Web-Strategie der taz
Dagmar Reim über den Altersdurchschnitt ihrer Zuschauer
Bascha Mika über die Zukunft von Zeitungen
... Und Schlusspfiff! (2:0 für Russland)

alles unter dem Datum 18.06.2008 auf mediacoffee.de

Die erste Nostalgie-Veranstaltung dieser Woche mit einer Zeitreise zurück in die gute alte Medienwelt (ja auch Gutenberg sind wir begegnet) und wie man sich im Gestern und Jetzt festklammert, ist vorüber.

Gefühlte 75 % ging es um die Debatte "Was die Öffentlich-Rechtlichen dürfen sollen, müssen sollen, können können bzw. was die Privaten können könnten, machen sollten, tun müssten aus dem Blickpunkt der Medien. Lobbyisten und Medienpolitiker und (großzügig) gefühlte 5 % darum was Print, Radio und TV tun können / müssen um ihre Brötchengeber nicht zu verlieren (die Öffentlich-Rechtlichen gebührenhalber ausgenommen).

Ganz sicher wäre es besser, zukunftsgerichteter gewesen, man hätte sich auf dem Pdium mit den Chancen (und damit auch den Risiken) von Print, Radio und TV im Internet beschäftigt und damit wie man geneigten Nutzern 'Brot und Spiele' anbieten kann.

Vielleicht hätte es auch schon gereicht, wenn der Moderator Kai-Hinrich Renner Format, Inhalt und Carrier ein wenig auseinandergehalten hätte und die Teilnehmer ein wenig informierter, kritischer und mutiger gewesen wären, ...

Ob's bei den Zukunftsgespräche des Inforadio des rbb - im Rahmen des Berliner Bücherfestes, am 21. Juni in Berlin
Zur Digitalisierung der Verlagswelt wesentlich anders läuft?

Montag, Juni 16, 2008

Internet Kühlräume für leicht verderbliche Medien, Das 7Tage WEB oder Werbeverbot für das Öffentlich-Rechtliche

Der angestrebte (sogenannte) Kompromiss-Lösung der Ministerpräsidenten zeigt noch einmal deutlich, dass sie und insbesondere ihren Zuarbeitern und Lobbyisten-Kontakten nichts vom Wesen des Internet verstehen, verstehe wollen. Sonst hätte man, wie jetzt Mathias Döpfner die Chancen für die alte Forderung eines Werbeverbots im öffentlich-rechtlichen erkannt und wieder ausgegraben und wie Mathias Döpfner mit "Online-Freiheit gegen Werbeverzicht" gelockt. Die Headline (bei Heise gelesen, für eine dpa Meldung) zum Spiegel-Gespräch "Springer-Chef fordert uneingeschränkte Online-Angebote für ARD und ZDF" klang so, als hätte bei den im Netz sehr aktiven Axel Springer Verlag die Vernunft gesiegt, aber ... es war der nur untaugliche Versuch, mit dem Lockruf einer Online-Freiheit, erneut ein Werbeverbot von der Politik zu fordern.

Ob eine reine Gebührenfinanzierung, eine Mischfinanzierung (oder die Abschaffung) ich könnte damit leben - ; wenn es aber einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk / Fernsehen geben soll, dann müssen die Sender m. E. auch ohne Einschränkungen ihren Auftrag im Internet ausführen (dürfen), weil die so Beglückten ihren 'Medienkonsum' zunehmend vom Fernsehen weg ins Internet verlagern.

Da ich diesen (in meinen Augen) Unsinn schon im Zusammenhang mit Michael Hanfeld's Rundfunkstaatsvertrag: Die Öffentlich-rechtliche Textkonzerne Beitrag in der FAZ aufgeregt hatte ... Lobbyist in eigener Sache, hier nur noch der Hinweis, dass ja sowohl die Öffentlich-rechtlichen Medien als auch die Nicht-öffentlichen Medien von den Lesern / Nutzern leben und bezahlt werden.

Neben den (geringen) Nutzungsgebühren / Abonnementgebühren in ganz erheblichen Maße von der Zeit und Aufmerksamkeit die ihnen (noch) geschenkt wird und mit dieser 'Aufmerksamkeit / Nutzung' finanzieren sich die Medien. Nur wenige Werbetreibende werben, weil Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehen so schön und so wichtig für unsere Demokratie sind, sondern Sie kaufen Zeit und Aufmerksamkeit der von den Medien 'versammelten und unterhalten' Leser, Seher, Hörer um mit diesen zu reden.

Donnerstag, Juni 05, 2008

Dmitri Medwedew in Berlin - eine Art Grundsatzerklärung

Ziemlich entspannt dieser Dmitri Medwedjew [Дми́трий Анато́льевич Медве́дев], selbstbewußt (wie ihm und Russland das auch zusteht) erklärt er seinen und Russlands Willen für eine verantwortungsvolle, gemeinsame europäische Zukunft, für die, auch das wird deutlich, noch viel Arbeit und Einsicht auf allen Seiten ins Haus steht ...

In die Zukunft Russlands will/wird man sich nicht reinreden lassen; Blogbildung und selbstindizierte Sonderrechte für einzelne Staaten und jenseits des Rechts / Internationaler Vereinbarung stehender Mächte wird substanzieller Widerstand angekündigt.

Die besondere Beziehung zwischen Russland und Deutschland sei keine Privileg, sondern eine immer wieder zu beweisende vertrauensvolle und für beide Seiten nützliche Partnerschaft zum Wohl beider Länder und der internationalen Gemeinschaft.

Kein Thema für das sich die Politik, die Wirtschaft und die Presse interessieren könnte, hat Dmitri Medwedjew vermieden, aber auch klar gemacht, dass strittige Ansichten immer nur auf Augenhöhe diskutiert werden könnten, dass Einmischungen in innere Angelegenheiten, nicht benötigt werden und auch nicht honoriert würden und ungefragte Nachhilfe w.c. auf fruchtbaren Boden fällt, in Russland nicht und reziprok wohl auch nicht bei den Ländern die anderen so gerne public-private Lessions angedeien lassen.

Was die Pressefreiheit und u.a. die ungeklärten Todesfälle von Journalisten angeht, wiederholte Medwedjew, dass es da Nachholbedarf gebe und er sich für eine vollständige Klärung einsetze. Die Rücknahme der noch unter Putin verabschiedeten verschärften Pressegesetze, könnte eine Indiz in diese Richtung sein. Besonders "interessant" fand ich die Einlassung, dass es erst einmal gegolten habe die Eingluß der privaten Wirtschaft auf Presse & TV zurückzuweisen und es nun gelte, den Einfluss des Staates abzuwehren - ob es da Fortschritte gibt, wird die Zeit zeigen.

Was sich ja schon in der gängigen Praxis gezeigt hat, hält die russische Führung die Informationsverteilung und Meinungsbildung über das Internet für letztlich nicht steuerbar und deshalb versucht man in diesem Environment eine eigene starke Position aufzubauen und bei Bedarf auch die Antipoden gleich mit zu installieren ...

Nach unserer Einschätzung bieten sich insbesondere im Special Interest & B2B Bereich auf Papier, aber vor allem im Internet und Mobile Bereich lukrative Möglichkeiten für internationale Online und Offline Anbieter an. Hätten wir en richtigen Beratungskunden, würden wir in den nächste Jahren ein Feuerwerk für KMUs / SMB's zünden.

Donnerstag, April 17, 2008

Nationale Initiative Rettet die Printmedien

Wie nützlich Lobbyarbeit doch sein kann. Der Chef-Lobbyist des Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), des Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), des Verband Deutscher Lokalzeitungen (VDL), des Bundesverband Presse-Grosso, des Deutsche Presserat, des Verband Jugendpresse Deutschland (JPD), der Stiftung Presse-Grosso, des Deutsche Journalistenverband (DJV), der Deutsche Journalistenunion/ver.di (dju), der Stiftung Lesen und der Bundeszentrale für politische Bildung, Bernd Neumann, hat heute im Bundeskanzleramt die "Nationale Initiative Printmedien – Zeitungen und Zeitschriften in der Demokratie"- Kampagne vorgestellt.

Aus der Pressemitteilung:
Der Initiative geht es darum, Kindern und Jugendlichen den Wert von (gedruckten) Zeitungen und (gedruckten) Zeitschriften als politische Leitmedien zu vermitteln und das Bewusstsein für die Bedeutung einer freiheitlichen Medienordnung für die Demokratie zu wecken.

Und dem Staatsminister Bernd Neumann in den Mund gelegt:
"Wer sich verlässlich und vielseitig über die wesentlichen politischen und gesellschaftlichen Debatten informieren und an der öffentlichen Kommunikation teilhaben möchte, bleibt auf das gedruckte Wort angewiesen. Trotz zunehmender Konkurrenz in elektronischer Form bleiben Zeitungen und Zeitschriften auch künftig politische Leitmedien. Die Nutzung von Printmedien ist gerade bei jungen Leuten seit Jahren stark rückläufig. Ich sehe dies in direktem Zusammenhang zu sinkender Lesefähigkeit und zurückgehendem Interesse an gesellschaftspolitischen Fragen."

Mehr

Nachtrag:
Bernd Neumann kämpft weiter für Print ... und gleichzeitig gegen die Post Print Initiative (Kress)

- da macht sich nu jemand für Print stark, und nun ist es auch wieder nicht recht. Wer soll das verstehen?


Da fällt mir doch gleich wieder Jürgen Habermas ein, der im Mai letzten Jahres der Subventionierung der Tagespresse als "eigentlich logisch und gerechtfertig" die Türen öffnen wollte. Hat den niemand auf ihn gehört?

Wir fordern hiermit unseren Finanzminister Peer-Steinbrück auf, unverzüglich einen Unterstützungsfond für besonders einfaltslose Verlagseigner und Verlagsmanager gedruckte Qualitätszeitungen und gedruckte Qualitätsmagazine einzurichten ... oder diese aufzukaufen und in einer öffentlich-rechtlichen Printanstalt zusammenzufassen.

Jürgen Habermas sorgt sich um die Qualitätspresse

Nachträge:
(via Thomas Knüwer) Klaus Jarchow auf medienlese
Nationale Initiative Printmedien Schlechte Medizin

Konrad Lischka und Christian Stöcker auf SPON
Wie Deutschlands Jugend dumm geredet wird

Sonntag, Juni 10, 2007

Journalismus und die Einschränkung der Pressefreiheit in der Mitte und dem Osten Europas

Die nr-Pressemitteilung und eine Studie, die bereits in den Überschriften ein erstes "mangelhaft" zu den geografischen Gegebenheiten Europas verdient. Wo ist denn die (geografische) Mitte Europas?

Warum nutzen Journalisten heute noch den, eine (von uns bestimmte) Richtung vorgebenden Begriff, der "Transformationsländern"? Obwohl wir inzwischen spüren, dass wir es sind, die mit der "Transformation" in ein neues Europa, die größten Anlaufschwierigkeiten haben?

Ich wünschte mir wirklich, wir würden diesen Begriff "Osteuropa" aus der Zeit des Kalten Kriegs aufgeben, wenn wir unseres 'östlichen Nachbarn meinen ...


Quelle: bilateral.info

und anerkennen, dass es ein Europa gibt und wenn wir es geografisch aufteilen wollen, dann in ein West-, Mittel- und Osteuropa (und gerne auch Nord- und Südeuropa in allen Kombinationen). Auch die in der Studie verwendete Bezeichnung "Mittelost" (statt Mitteleuropa) ist eine Reflexion aus einer westeuropäischen Sicht (der 80er Jahre).

Mitteleuropa im 21. Jahrhundert könnte man diese Länder zuordnen

Quelle: Wikipedia

und Südosteuropa (im 21. Jahrhundert) diese Länder

Quelle: Wikipedia

Doch nun zur Studie

Die 118-seitige Studie, für die Simone Schlindwein verantwortlich zeichnet, soll "nach Einschätzung der Herausgeber" eine grundlegende Reflexion der westeuropäischen Sichtweise auf Osteuropa fördern - (und gängige Klischees abbauen helfen). Im Hauptteil (nach Seiten) beleuchtet detailliert die Situation der Medien in zehn wichtigen Transformationsländern, unter besonderer Berücksichtigung von Russland und Polen und geht dann mit Empfehlungen für Politik und Medien zu Ende.

Die Studie „Zwischen Propaganda und Kommerz – Medien(un)freiheit in Südost-, Mittelost und Südeuropa“ ist kostenlos auf netzwerkrecherche.de abrufbar.

Diese Studie dient (auch) der inhaltlichen Vorbereitung für die nr- Jahreskonferenz 15. - 16. Juni in Hamburg und wird die Diskussion unter den Teilnehmern sicher fördern.


Hinweis:
Zur Zeit findet auf Krusenstein.ch der 1. Blog-Carnival Russische Medien statt - vielleicht kann eine(r) der ExpertInnen noch etwas dazu beitragen

Dienstag, Juni 27, 2006

Anwürfe: Über das Selbstverständnis der Kaste Medien & Journalisten

"Zu viel Konformität, zu wenig solides Handwerk: Um den kritischen Journalismus steht es schlecht in Deutschland. Die deutschen Medien betrachten sich offenbar als eigenständige Macht, noch vor dem Volk bestimmend für die Regierungspolitik ..."



so sprach Frank A. Meyer, langjähriger Chefpublizist und jetzt publizistischer Berater von Verleger Michael Ringier, am 20. Mai 2006 vor dem 'Netzwerk Recherche' in Hamburg.

Jetzt steht's im Handelsblatt:
Lesenswert, ein ausführlicher (und zahmer) Anwurf an die Journalisten- und Medienkaste: Reden wir über uns! Zum Beitrag

Hinweis von polarworlf auf http://zeitung.crispynews.com